Satirisch ernst: Wie der Sparer zur Kasse gebeten wird | Kla.TV

Freitag 04. Mai 2018

Satirisch ernst: Wie der Sparer zur Kasse gebeten wird (1 von 1)

„Geld sparen in der Schweiz bleibt weiterhin ein Minusgeschäft.“ – Was ist dran an der Aussage des Finanzportals cash.ch? Sehen Sie selbst, wie zwei Sparschweinhaltern satirisch ernst das Geld aus der Tasche gezogen wird.

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Satirisch ernst: Wie der Sparer zur Kasse gebeten wird 04.05.2018

Auf satirisch ernste Art zeigt die heutige Sendung, wie durch immer mehr Gebühren die Sparer um ihr Geld gebracht werden. Der nachfolgende Artikel mag überspitzt formuliert und die Beträge übertrieben sein, aber nicht ohne Grund: Denn am 21. Januar 2018 war auf der Webseite cash.ch zu lesen, dass Schweizer Banken bisher zwar keine Negativzinsen für Privatkunden erhoben, dafür aber die Gebühren teils massiv erhöht haben. Ob Kontoführung, Maestro-Karte, Geldüberweisung oder Bargeldbezug: Bei vielen Banken übersteigen mittlerweile die Gebühren die Zinsen deutlich. Das Fazit des cash.ch- Artikels war dann: „Geld sparen in der Schweiz bleibt weiterhin ein Minusgeschäft.“ Zu dem ernüchternden Ergebnis dürften die fiktiven Sparschweinhalter im nachfolgenden Text wohl auch gekommen sein ... Doch sehen und hören Sie nun selbst. Der Artikel erschien in der ersten Ausgabe 2018 der Parteizeitung „DIE IDEE“ der Jungen Schweizerischen Volkspartei: „Das Sparschwein war mollig und schwer. Jahrelang hatten wir es mit Münzen gefüttert, um eines Tages ein Wochenende im Schweizer Kanton Tessin zu genießen. Nun war es prallvoll, kein Fünfer hätte mehr Platz gehabt; allerhöchste Zeit, um es zu schlachten. Der Schalterbeamte unserer Bank nahm einen kleinen Hammer und hieb auf das Schweinchen ein, bis es zerbarst. Die Münzen warf er in eine Zählmaschine, die nach wenigen Sekunden das Resultat ausspuckte: 378 Franken und 45 Rappen. Wir sahen uns schon unter dem sonnigen Tessiner Himmel bei einem guten Risotto. Da nahm der Bankbeamte ein dickes Buch zur Hand und sprach: „Wissen Sie, heute arbeitet niemand mehr gratis, auch wir Banken nicht. Deshalb muss ich einige Spesen verrechnen. Gehörte das Sparschwein einem Kind?“ - „Nein“, antworteten wir ehrlicherweise, „wir haben das Geld gespart, um es zu verprassen.“ Das hätten wir besser nicht gesagt, denn der Bankangestellte fuhr fort: „Also kommt der Jugendtarif nicht in Frage, denn der Begünstigte ist nicht minderjährig. Bei uns ist halt alles genau geregelt. Und weil die Gelder nicht wertvermehrend angelegt werden, gibt es einen Zuschlag von 50 Prozent. Also“... Unsere Gesichter wurden länger und länger. „Für die Benutzung der Zählmaschine gilt die Grundgebühr von 70 Franken. Dazu kommt meine Arbeitszeit, sagen wir 65 Franken, und eine Bearbeitungsgebühr von 25 Franken. Die Entsorgungsgebühr für die Scherben beträgt 30 Franken, die Anteile an den Kosten für Heizung, Miete, Reinigung, EDV, Amortisation und so weiter machen pauschal 65 Franken aus. Zusammen 255 Franken – mit dem Zuschlag für die nicht wertvermehrende Wiedereinlage macht das genau 382 Franken und 50 Rappen. Sie sind uns also noch 4 Franken und 5 Rappen schuldig. Darf ich gleich einkassieren? Für das Zustellen einer Rechnung muss ich 20 Franken verrechnen. Bei A-Post wären es 25 Franken.“ Noch versuchten wir uns nach Kräften zu wehren, aber wir hatten keine Chance: „ Selbstverständlich können Sie sich beschweren. Wir haben eine 156er Nummer eingerichtet, kostet nur 5 Franken pro Minute“... Da verließen wir wortlos die Bank, nichts konnte uns mehr überraschen. So waren wir nur wenig verblüfft, als wir unter dem Scheibenwischer unseres Autos einen Zettel mit folgender Notiz fanden: „Sie haben zu lange auf unserem Kundenparklatz geparkt. Leider müssen wir ihr Konto mit 20 Franken belasten. Ihre Bank“.

von brm.


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