Vollgeldinitiative – eine nachhaltige Reform des Finanzsystems? | Kla.TV

Mittwoch 30. Mai 2018

Medienkommentar Wirtschaft

Vollgeldinitiative – eine nachhaltige Reform des Finanzsystems? (1 von 2)

Vollgeldinitiative – eine nachhaltige Reform des Finanzsystems? Mittwoch, 30.05.2018 (1 von 2)
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Ist die Vollgeldinitiative eine nachhaltige Reform des Finanzsystems? Am 10. Juni 2018 findet dazu in der Schweiz eine Volksabstimmung statt. Wenn Sie ein besseres Bild über das Ziel sowie Pro und Kontra dieser komplexen Initiative bekommen möchten, hilft Ihnen diese Sendung ganz bestimmt weiter.

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Vollgeldinitiative – eine nachhaltige Reform des Finanzsystems? 30.05.2018

Am 10. Juni 2018 findet in der Schweiz die Volksabstimmung zur sogenannten Vollgeldinitiative statt. Ziel der Initiative ist es, dass das Erzeugen von neuem elektronischen Geld wieder dem Gesamtwohl des Landes dient und nicht mehr wie bisher den privaten Banken. Das auf Spar- oder Girokonten elektronisch verbuchte Geld macht 90% unseres gesamten Geldes aus. Neues elektronisches Geld wird momentan von den Banken eigenständig aus dem „Nichts“ geschaffen. Dies erfolgt über die Vergabe von Krediten, für die Zinsen gezahlt werden müssen. Kurz gesagt: Für Geld aus dem „Nichts“ müssen die Kreditnehmer Zinsen zahlen! Um diese private Geldschöpfung zu beenden, soll in Zukunft allein die Schweizer Nationalbank das Recht bekommen, im Auftrag des Staates und entsprechend der staatlichen Gesetzgebung elektronisches Geld zu erzeugen. Damit würde die unkontrollierte Geldentstehung durch die privaten Banken beendet, so dass diese nur noch das Geld verleihen könnten, das ihnen vom Sparer, von Investoren oder der Schweizer Nationalbank zur Verfügung gestellt wird. Und damit die Geldschöpfung auch wirklich dem Gesamtwohl des Landes dient, soll die Schweizer Nationalbank verpflichtet werden, das neu geschaffene Geld schuldenfrei ohne Rückzahlungsverpflichtung in Umlauf zu bringen. Es könnte direkt an Bund und Kantone überwiesen oder auch als Bürgerdividende an die Bevölkerung verteilt werden. Dieser zusätzliche Geldzustrom würde das Volksvermögen effektiv erhöhen und könnte zum Beispiel für den Abbau der Staatsschulden, für Steuersenkungen oder zusätzliche öffentliche Infrastrukturprojekte verwendet werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Vollgeldinitiative ist, dass Girokonten künftig nicht mehr vom Konkurs einer Bank betroffen sein sollten. Die Kontoinhaber müssten im Fall der Insolvenz einer Bank nicht mehr den Verlust ihres Geldes befürchten. Zusammengefasst soll durch die Vollgeldinitiative die Rolle des Staates und der Schweizer Nationalbank (SNB) im Finanzsystem gestärkt sowie Bankkunden besser vor Bankenpleiten geschützt werden, was eine wesentliche Verbesserung darstellt. Schwachpunkt der Initiative ist, dass die wirklich gravierenden Probleme unseres Finanzsystems, z.B. das Zinsgeldsystem, nicht angetastet würden. Kredite werden weiter durch Banken nur gegen die Zahlung von Zinsen vergeben, auf die wiederum auch Zinsen erhoben werden können. Josef Stadler, der für den UBS Milliardärsreport 2017 verantwortlich ist, sagte dazu: „Das Problem ist die Macht der Zinsen auf Zinsen – das macht die Vermögen größer und größer und die Frage stellt sich, bis zu welchem Maß ist das nachhaltig und an welchem Punkt wird die Gesellschaft intervenieren und zurückschlagen?“ Der Bericht der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam zur Vermögensentwicklung verdeutlicht dieses Problem eindrücklich. So besitzen die 42 reichsten Personen der Welt so viel wie die 3,7 Milliarden Ärmsten der Welt. Im Jahr 2017 flossen 82% des weltweit erwirtschafteten Vermögens in die Taschen von 1% der Bevölkerung. Ein weiterer Schwachpunkt der Vollgeldinitiative wäre, dass die Geldpolitik in der Verantwortung der Schweizer Nationalbank SNB liegt. Die SNB ist zwar zu 55% in Besitz der Schweizer Kantone, untersteht jedoch finanzpolitisch der Bank für internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) in Basel. Diese ist die Zentrale aller Banken des weltweiten Bankensystems. Die BIZ bestimmt über alle finanziellen Vorschriften. Sie steuert die internationalen Geldströme und damit auch den wirtschaftlichen Wohlstand der einzelnen Länder. Die BIZ ist von allen Ländern der Welt anerkannt und genießt vollständige Immunität. Sie steht über allen Gesetzen, hat die absolute Macht in Geldangelegenheiten und wird durch niemanden kontrolliert. Sie ist auch nicht Teil der Schweiz, sondern wie ein eigener „Staat“ und hat eine eigene Polizei. Laut dem Historiker Prof. Dr. Carroll Quigley und nach Aussagen des ehemaligen Top-Finanzmanagers Ronald Bernard ist die BIZ die Schaltzentrale eines weltweiten Systems der Finanzkontrolle durch die Finanzelite. Mit Hilfe der BIZ soll das politische System jedes Landes und die Wirtschaft der Welt als Ganzes beherrscht werden. Zusammenfassend stellt sich die Frage: Wird sich die Vollgeldinitiative, die einige Probleme im Finanzsystem zum Positiven verändert, tatsächlich zum Wohl des Volkes auswirken können, wenn das Zinsgeldsystem unangetastet bleibt und das Finanzsystem weiterhin von privaten Interessen bestimmt wird? Erlauben Sie uns am Schluss dieser Sendung einen provokanten Gedanken: Die Macht der Finanzelite gründet sich auf dem Geld. Durch eine Welt ohne Geld wird sie daher all ihrer Macht beraubt. Ein Schritt hin zu einer geldfreien Welt ist, wie es Kla.TV und AZK leben: Jeder Mitwirker, der es auf dem Herzen hat, sorgt für seine eigene Existenz und nutzt alle restlich verfügbare Zeit für das Wohl der Welt. Das ist zwar noch nicht die geldfreie Welt, aber eben der erste Schritt in die richtige Richtung.

von hag.


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