Ukraine – Krim: Entwicklungen seit Maidan 2014 im Vergleich | Kla.TV

Dienstag 12. Juni 2018

Archiv-Sendung Politik

Ukraine – Krim: Entwicklungen seit Maidan 2014 im Vergleich (2 von 2)

1:15
Russland-Abkehr zerstört Wirtschaft der Ukraine Dienstag, 12.06.2018 (1 von 2)
Ukraine – Krim: Entwicklungen seit Maidan 2014 im Vergleich Dienstag, 16.01.2018 (2 von 2)

Zum vierten Mal jährte sich im November 2017 der Beginn der Maidan-Proteste in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Wie geht es der Ukraine unter der US und EU Herrschaft im Vergleich zur Krim, die unter russischer Verwaltung steht? Sehen Sie in diesem Beitrag, wie die wirtschaftlichen Entwicklungen der Ukraine zur Krim interessanterweise in völlig konträrem Verhältnis zu Bewertungen westlicher Politiker und Medien stehen.

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Ukraine – Krim: Entwicklungen seit Maidan 2014 im Vergleich 16.01.2018

Zum vierten Mal jährte sich im November 2017 der Beginn der Maidan-Proteste in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Nach der Entscheidung der damaligen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der EU vorerst nicht zu unterzeichnen, begannen friedliche Proteste des Volkes. Diese wurden durch die Medien geschürt, die den Ukrainern mit dem Anschluss an die EU einen höheren Lebensstandard in Aussicht stellten. Doch bald übernahmen nach den zunächst friedlichen Demonstrationen bewaffnete Aufständische das Ruder Sie stürzten die Regierung und verjagten den gewählten Präsidenten Viktor Janukowitsch aus dem Land. Dieser Putsch war von langer Hand durch die US-Administration geplant, finanziert und medial gedeckt worden. Die friedlichen Proteste des ukrainischen Volkes wurden dabei für den geplanten Putsch instrumentalisiert Von den westlichen Politikern und Medien wurde diese verdeckte Kriegsführung als Wille des Volkes und Sieg der Demokratie über den vermeintlich diktatorischen und Russland-hörigen Präsidenten Janukowitsch hochgejubelt Die Bewohner der Krim suchten – schockiert von den Entwicklungen in der Ukraine – mit überwältigender Mehrheit den Anschluss an die russische Föderation. Diese freie Willensentscheidung des Volkes wurde von den westlichen Medien als Annexion, d.h. widerrechtliche Aneignung, der Krim durch Russland bzw. dessen vermeintlichem Diktator Putin dämonisiert. Wie geht es vier Jahre später der Ukraine unter den US-amerikanischen und europäischen Fittichen und wie der Krim unter russischer Verwaltung? Die ukrainische Ökonomin und ehemalige Parlamentsabgeordnete Dr. Natalja Witrenko, Vorsitzende der Progressiven Sozialistischen Partei der Ukraine, gab Ende November 2017 in einem Vortrag bei der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts einen Überblick über die Entwicklungen in der Ukraine seit dem Maidan-Putsch 2014. Das reale Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, der Ukraine sei nach Angaben der Weltbank im Zeitraum von 2014 bis 2016 um die Hälfte des Niveaus von 2013 gesunken. Kurz zur Erklärung: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst die Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug aller Vorleistungen. Es ist in erster Linie ein Produktionsmaß, ein Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Mitentscheidender Auslöser für die rasante Abwärtsentwicklung der ukrainischen Produktivität sei der Verlust riesiger Märkte in Russland gewesen, den der Integrationsprozess der Ukraine mit der EU seit 2014 zur Folge gehabt habe. Dr. Witrenko wörtlich: „Als Resultat gingen ganze Wirtschaftszweige unserer Volkswirtschaft verloren: Raketenbau, Schiffbau, die Luftfahrtindustrie und die Autoindustrie. Der Maschinenbau war einmal der starke Industriekern in der sowjetischen Ukraine, 1990 machte er 30,5% der gesamten Industrieerzeugung aus. Bis 2013 war dieser Anteil auf 10% gefallen, und bis 2016 auf 5,8% der Industrieproduktion.“ Die gesamte Industrieproduktion selbst sei seit 2014 um 25% gesunken, dem-entsprechend sei die Arbeitslosigkeit angestiegen. Die Landeswährung Griwna habe in den letzten drei Jahren um mehr als den Faktor Drei an Wert verloren, während die Preise nach offiziellen Regierungsstatisti-ken sich fast verdreifacht hätten. Der Mindestlohn habe in den Jahren 2015 und 2016 bei der Hälfte des Wer-tes von 2013 gelegen. Die vom Poroschenko-Regime eingeführte Mindestrente habe aktuell sogar weniger als die Hälfte des Niveaus von 2013. Jeder zweite Rentner in der Ukraine erhalte nur die Mindestrente. Als Folge des rapiden Kaufkraftverlustes und der damit einhergehenden schlechten Grundversorgung sei die Sterblichkeit in der Ukraine enorm. Dr. Witrenko wörtlich: „Die Ukraine steht in Europa an erster Stelle bei psychischen Erkrankungen und der Sterblichkeit.“ Ganz anders erging es der Krim, seit sie sich 2014 freiwillig Russland anschloss. Zwar lässt sich an dieser Stelle kein unmittelbarer 1:1 Wirtschaftsvergleich zur Ukraine aufstellen, dafür aber eine tendenzielle Entwicklung: Zum Beispiel verdoppelte sich in der Krim von 2014 bis 2016 das durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen nahezu. Firmen verzeichneten einen Wachstumsschub von beinahe 30 Prozent. 13 % mehr Wohnhäuser konnten fertiggestellt werden. Von 2015 bis 2017 wurden 300 Mio. Rubel in die Industrie investiert, Arbeitsplätze geschaffen. Auch die Produktion der Landwirtschaft stieg um einige Prozente. Fazit: Mit ihrer vermeintlichen Befreiung vom „bösen Diktator“ Janukowitsch und der Annäherung an die EU stürzte die Ukraine in eine starke Abwärtsentwicklung. Eine Lösung ist nicht in Sicht und wird augenscheinlich weder von der ukrainischen Putsch-Regierung noch von westlichen Regierungen forciert. Die Krim hingegen verzeichnet nach ihrer vermeintlichen Annexion unter russischer Verwaltung einen soliden Aufwärtstrend. Damit stehen die wirtschaftlichen Entwicklungen der Ukraine und der Krim interessanterweise im völlig kon-trären Verhältnis zu den Bewertungen der politischen Entwicklungen durch westliche Politiker und Medien. Müssten diese angesichts dieser Diskrepanz nicht korrekterweise ihren Kurs radikal korrigieren?

von hm.


Ukraine – Krim: Entwicklungen seit Maidan 2014 im Vergleich

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