Deutschland: Starke Volkswirtschaft – arme Rentner | Kla.TV

Dienstag 07. August 2018

Deutschland: Starke Volkswirtschaft – arme Rentner (1 von 2)

Deutschland: Starke Volkswirtschaft – arme Rentner Dienstag, 07.08.2018 (1 von 2)
11:35
Zweierlei Maß Samstag, 16.04.2016 (2 von 2)

Seit Wochen ist die umstrittene Rentenreform Russlands in den deutschen Medien präsent. Soll damit von der katastrophalen Rentenpolitik in Deutschland abgelenkt werden? - Wie eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt mit ihren eigenen Rentnern umgeht, erfahren Sie in dieser Sendung.

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Deutschland: Starke Volkswirtschaft – arme Rentner 07.08.2018

Schon seit Wochen geistert das Thema „Rentenreform“ durch die deutsche Medienwelt. Doch geht es dabei nicht etwa um die deutsche Rentenpolitik, nein, vielmehr wird wieder einmal versucht, Russland an den Pranger zu stellen. So war z.B. in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 15. Juni 2018 in Bezug auf die russische Sozialpolitik davon die Rede, Russland würde „das eigene Volk überfallen“. Doch mit dem Finger auf Putins Russland zu zeigen und stets Negatives zu suchen – könnte das nicht auch ein geeignetes Mittel sein, um von der Misere im eigenen Land abzulenken? Genauer: Von der Misere der deutschen Rentner? Doch zuerst ein kurzer Blick auf die Situation in Russland und seine unpopuläre Rentenreform. Aufgrund der längeren Lebenserwartung der Russen, die in der Ära Putin tatsächlich merklich gewachsen ist, soll erstmals seit 80 Jahren das Renteneintrittsalter angehoben werden: Bis 2034 soll das Renteneintrittsalter für Frauen schrittweise von 55 auf 63 Jahre steigen und für Männer von 60 auf 65 Jahre. Machen wir uns bewusst: In Deutschland liegt das Rentenalter ab dem Jahrgang 1964 bei mittlerweile 67 Jahren, sowohl für Männer als auch für die Frauen. Und die Rente mit 69 und sogar 70 Jahren wird schon eifrig von Politik und Wirtschaft diskutiert und gefordert – dies im Hinblick auf die längere Lebenserwartung. Doch auch hinsichtlich der Rentenhöhe lohnt sich ein genaueres Hinschauen. Hier rangiert Deutschland tatsächlich weit hinten im internationalen Vergleich – man mag es kaum glauben – und dies obwohl Deutschland in Relation zur Einwohnerzahl die stärkste Volkswirtschaft der Welt hat. So war Deutschland im Jahr 2017 erneut Exportweltmeister, wie Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts ergaben. Mit umgerechnet 287 Milliarden Dollar war der Überschuss in der Leistungsbilanz mehr als doppelt so groß ausgefallen wie von China, welches ohne Abzug von Import am meisten exportiert. Beim arbeitenden Volk oder gar bei den Rentnern kommt von diesem vermeintlichen Reichtum jedoch beschämend wenig an. Erhält doch der deutsche Arbeitnehmer am Ende eine geradezu lächerliche Altersrente. Während ein italienischer Durchschnittsrentner 2.409 Euro Rente im Monat erhält, bekommt ein deutscher Durchschnittsrentner nur 812 Euro Rente. In Italien ist damit die Durchschnittsrente dreimal so hoch wie in Deutschland, und selbst die hochverschuldeten Griechen erhalten mehr Rente. Die unbequemen Fragen, die eine Reinigungskraft zum Thema „Altersarmut“ in der ZDF-Sendung „Klartext, Frau Merkel!“ vom 14.9.2017 an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet hatte, kamen also nicht von ungefähr. Nach über 40 Jahren Arbeitszeit wird ihre Rente von 654,- € zwar zu viel zum Sterben aber definitiv zu wenig zum Leben sein. Eines ist klar: Hinsichtlich einer gerechten, menschenwürdigen Steuer- und Rentenpolitik besteht in Deutschland dringend Handlungsbedarf. Wäre da, anstatt mit dem Finger auf Russland zu zeigen, nicht vielmehr das gründliche Fegen vor der eigenen Tür angesagt? Zum Abschluss ein Zitat der erwähnten Reinigungskraft: „Es ist ein Unding, dass in einem der reichsten Länder der Welt die Rentner so behandelt werden, dass sie, wenn sie tatsächlich in Rente gehen, nichts mehr tun können, außer zu Hause zu sitzen, sich nichts mehr leisten können – wir können an überhaupt nichts mehr teilnehmen. Und 40 Jahre hart arbeiten und dafür 650,- € zu kriegen – armes Deutschland!"

von ham.


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