~ Medienkommentar vom 12.10.2017 ~

Medienkommentar Terror

Erneut massive US-Truppenverlagerungen nach Europa (1 von 1)

Erneut werden in großem Umfang US-Truppen über Bremerhaven an die Grenze von Russland verlegt. Offiziell wird betont, dass es sich gemäß den Vereinbarungen in der Nato-Russland-Grundakte von1997 lediglich um einen regelmäßig vorgesehenen Truppenaustausch und nicht um eine unerlaubte dauerhafte Stationierung handle. Doch wie sieht die Sache wirklich aus?

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"Erneut massive US-Truppenverlagerungen nach Europa"

Erneut massive US-Truppenverlagerungen nach Europa 12.10.2017

Am 24.9.2017 kamen erneut umfangreiche US-Militärlieferungen in Bremerhaven, einem deutschen Tiefseehafen an der Nordseeküste, an. Nachdem es zumindest seit Anfang 2017 wieder ruhig um dieses Thema geworden ist, greifen es nun sogar die Massenmedien beschwichtigend auf – wie z.B. die Online-Ausgabe der deutschen Wochenzeitschrift „FOCUS“. „Diese umfangreichen US-Militärlieferungen seien Bestandteil eines umfangreichen Truppenaustausches gemäß der NATO-Russland-Grundakte von 1997, die vorsieht, dass entlang der russischen Grenze dauerhaft keine NATO-Truppen stationiert werden dürfen.“ Doch wie sieht die Sache wirklich aus? Erinnern wir uns: Bereits im Januar 2017 hatte die US-Armee ihre 3. Kampfbrigade der 4. US-Infanteriedivision über Bremerhaven und dann über Güterzüge nach Polen sowie z.T. auch direkt über Gdansk (ehem. Danzig) an die NATO-Ostgrenze verlegt. Damit ist eine vollständige Panzerbrigade zu „Übungszwecken“ an die Ostflanke der NATO verlegt worden, die circa 4.000 Soldaten, 250 Panzer sowie Haubitzen, Kampffahrzeuge und weitere 1.700 Fahrzeuge umfasst, wie es in einem Papier des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages dazu heißt. Außerdem wurde im Februar 2017 die 10. Heeresflieger-Brigade mit 86 Transport- und Kampfhubschraubern nach Europa verschifft, ein Großteil davon ebenfalls über Bremerhaven. Mit der neuesten Lieferung, die am 24.9.2017 in Bremerhaven ankam, verlegt die US-Armee nun ihre 2. Kampfbrigade nach Europa. Weitere Schiffe legten dazu auch direkt in Gdansk (ehem. Danzig) an. 760 Container, darunter militärische Fahrzeuge und Panzer, müssen von den Schiffen auf Lastwagen umgeladen werden. Bestimmungsland der militärischen Fracht ist Polen. Diese Brigade soll im Rahmen der 2014 begonnenen US-Militäroperation „Atlantic Resolve“ zum Einsatz kommen, um die NATO bei der Abschreckung gegen „russische Aggression“ zu unterstützen. Sie soll dabei von der dort Anfang des Jahres stationierten 3. US-Brigade aus Fort Carson eingewiesen werden, sodass übergangsweise nun gleich zwei komplette US-Panzer-Brigaden an der Ostflanke der NATO stationiert sind – eine bedrohliche Situation! Als Grund für diesen geplanten Truppenaustausch wird die NATO-Russland-Grundakte von 1997 angeführt: Weil diese eine dauerhafte Stationierung zusätzlicher Truppen nicht vorsieht, sollen die Truppen einfach alle neun Monate im Rotationsverfahren ausgetauscht werden. Diese Truppen stehen zudem unter direktem US-Kommando. Zusammen mit den im Baltikum und in Polen stationierten multinationalen Bataillonen der NATO, die zumindest indirekt unter US-Einfluss stehen, bilden sie aktuell die größte Verstärkung an Truppen in Osteuropa seit dem Ende des Kalten Krieges. Wo die ausgetauschten Truppen bzw. deren Ausrüstung nach dem geplanten Abzug tatsächlich verbleiben, bleibt abzuwarten, insbesondere ob sie zurück in die USA gebracht werden, was bei einem „echten“ Tausch der folgerichtige Abschluss dieser Operation wäre. Wolfgang Jung, Herausgeber der „Friedenspolitischen Mitteilungen“, mutmaßt in seiner aktuellen „LUFTPOST“-Ausgabe sogar: „Ein Teil der Fahrzeuge könnte auch in Depots – z.B. in Dülmen! – landen, weil sich damit Transportkosten einsparen und Neubeschaffungen in den USA rechtfertigen ließen.“ Sehr aufschlussreich könnte in diesem Zusammenhang auch das besagte Bundestagspapier sein, denn dort heißt es weiter: „Schließlich planen die USA, die Ausrüstung für eine weitere Panzerbrigade in Europa zu stationieren, nämlich in Deutschland (Mannheim und Grafenwöhr), in den Niederlanden, in Belgien und wohl auch in Polen.“ Die zugehörigen Soldaten müssten im Konfliktfall eingeflogen werden. Das würde aber bedeuten, dass die Truppen gar nicht wirklich – wie in der NATO-Russland-Grundakte von 1997 beschlossen – getauscht und in die USA zurück verfrachtet werden. Sie würden lediglich innerhalb von Europa „rotierend ausgetauscht“ und dabei beständig aufgestockt werden. Diese Verschleierungstaktik käme also dem fortlaufenden Aufbau einer festen Stationierung gleich. Das lässt nichts Gutes ahnen. Unterm Strich rüsten die USA Europa massiv auf, ohne dass ein potenzieller Verteidigungsgrund z.B. aufgrund einer nachweislich voraussehbaren russischen Aggression vorliegt. Somit könnte diese Aufrüstung vielmehr ein Indiz für einen geplanten US-/NATO-Erstschlag sein – eine äußerst besorgniserregende Entwicklung!

von ms.


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