Dienstag 24. April 2018

Syrien: Wandel beim ZDF? (1 von 1)

„Giftgasangriff“ in Syrien, nun doch eine Inszenierung? Wenn sich Leitmedien, wie in unserem Beitrag des ZDF, plötzlich den Anschein von Unparteilichkeit und Transparenz geben, mag das auf den ersten Blick erfreulich anmuten. Doch nun gilt es zu hinterfragen, wie echt dieser Wandel tatsächlich ist und in welchem Umfang sich die großen Medien an ihre journalistischen Pflichten wirklich halten.

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Syrien: Wandel beim ZDF? 24.04.2018

In der Sendung vom 11. April 2018 untersuchte Klagemauer.TV die Berichterstattung westlicher Leitmedien zu den Giftgasvorwürfen in der Stadt Duma. Die Sendung endete mit den Worten: „Nun liegt es an den großen Medien, eine Eskalation zu verhindern, indem sie sich an ihre journalistischen Pflichten – Genauigkeit, Transparenz und Unparteilichkeit – erinnern und sich daran halten.“ Das ZDF scheint sich dies nun zu Herzen genommen zu haben. – Auf den ersten Blick scheint es jedenfalls so im „ZDF heute“-Beitrag vom 20. April, den wir kurz wiedergeben: ZDF heute-Sprecherin: Die Welt rätselt also weiter, ob die geächteten Chemiewaffen in Duma eingesetzt wurden. Uli Gack ist für uns in Syrien: Sie waren heute in einem großen Flüchtlingscamp und haben mit vielen Leuten gesprochen. Was haben Sie denn dort über den Angriff gehört? Uli Gack: Ja, wir kommen gerade aus Hariyala zurück. Das ist ein Ort ungefähr fünf Kilometer von hier (Damaskus) entfernt. Und nach Hariyala haben sich ungefähr 20.000 Menschen aus Ost-Ghouta und vor allem auch aus Duma geflüchtet. Und die Menschen dort erzählen uns viele in einem Ton der Überzeugung, dass diese ganze Geschichte am 7. April inszeniert war vom IS. Sie erzählen uns, dieser Ort des Geschehens war eine Kommandostelle der Islamisten. Dort hätten die Islamisten Chlorbehälter aufgestellt und im Prinzip nur drauf gewartet, dass dieser hochinteressante Ort für die syrische Luftwaffe bombardiert würde. Das ist auch geschehen, und dabei seien die Chlorgasbehälter explodiert. Die Leute sagen uns auch und behaupten das im Ton der Überzeugung, dass es schon mehrere solche Provokationen in Duma gegeben habe. Sie sagen uns auch: Bei einer sogenannten Übung des IS – wie kann man es anders bezeichnen? – wären Leute dem Chlorgas ausgesetzt worden. Das wurde gefilmt und wurde dann als das Material ausgegeben, als das Beweismaterial, was dann am 7. April veröffentlicht wurde. Ob das alles stimmt – ich würde meine Hand nicht unbedingt für jeden Satz ins Feuer legen, aber irgendwie scheint da schon was dran zu sein. ZDF heute-Sprecherin: Aber wenn sich das so verhielte, warum sollten Assads Leute oder Russen die Inspektoren dann an ihren Untersuchungen hindern wollen? Ist das nicht ein Widerspruch? Uli Gack: Das ist ein totaler Widerspruch, absolut, aber wenn wir die Orte wie Homs, Aleppo oder zuletzt Mossul angucken, deren Untergrund wie Schweizer Käse unterwühlt ist und wo Wochen später immer wieder organisierte Zellen aus dem Untergrund aufbrechen und Anschläge verüben oder Feuerüberfälle, dann ist in der Tat immer noch irgendwie eine Gefahr für dieses Inspektorenteam. Und deshalb, so sagt Russland, könne man die Leute dort nicht hinlassen. Ob das so stimmt, wir wissen es nicht. Es ist irgendwas dran. Aber Tatsache ist auch, je länger die Zeit verrinnt seit diesem 7. April, wird es schwieriger, Substanzen – möglicherweise Abbauprodukte des Chlorgases – zu entdecken. Und es wird wahrscheinlich nahezu unmöglich sein, eine Urheberschaft zu ermitteln. ZDF heute-Sprecherin: Vielen Dank, Uli Gack! Jetzt plötzlich also kommt sogar das ZDF mit der ganz anderen Sichtweise, dass es sich beim „Giftgasangriff“ um eine Inszenierung handeln könnte – und dass da „was dran zu sein scheint“. Um einen „Wandel“ beim ZDF dürfte es sich dabei aber kaum handeln. Es gibt nämlich verschiedene Gründe, warum sich große Systemmedien immer wieder mal mit einem Anschein von „Transparenz und Unparteilichkeit“ präsentieren und Gegenstimmen zu Wort kommen lassen: Einerseits, weil die Beweislage zu erdrückend ist und anderseits, weil Leitmedien zur Imagepflege immer wieder mal beide Seiten zu Wort kommen lassen, um vordergründig unparteiisch und glaubwürdig zu erscheinen. Im Gesamtkontext jedoch erweisen sie sich weiterhin als Kriegstreibermedien und nicht als neutrale Berichterstatter. Von einem Wandel kann daher erst die Rede sein, wenn das ZDF all die von ihm verbreiteten Lügen über die syrische Regierung und Präsident Assad zurücknimmt, als Kriegspropaganda der NATO enthüllt, sich entschuldigt und fortan fundiert recherchierten und neutralen Journalismus betreibt.

von dd.


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