Sonntag 20. Dezember 2015

Terror | 20.12.2015

Unterstützt die Türkei den IS? (1 von 1)

Im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat IS sind in Syrien verschiedene Militär-Koalitionen aktiv: Zum einen die reguläre syrische Armee mit Unterstützung durch Russland, zum anderen eine westliche Koalition unter Führung der USA ...

Direktlink zu dieser Sendung:
Direktlink zu dieser Abspielposition:
Einzelne Sendung einbinden
"Unterstützt die Türkei den IS?"
Alle 1 Sendungen vom "20.12.2015" einbinden

Unterstützt die Türkei den IS? 20.12.2015

Im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat IS sind in Syrien verschiedene Militär-Koalitionen aktiv: Zum einen die reguläre syrische Armee mit Unterstützung durch Russland, zum anderen eine westliche Koalition unter Führung der USA. Zum zuletzt genannten Bündnis unter US-Führung gehört auch die Türkei. Die Türkei geriet in letzter Zeit vermehrt in die Schlagzeilen, vor allem nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets am 24. November durch die türkische Armee und der darauffolgenden, drastischen Verschärfung des Konflikts mit Russland. Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte sich dazu am Rande der Klimakonferenz in Paris unmissverständlich, Zitat: „Wir haben allen Grund zu glauben, dass die Entscheidung zum Abschuss unseres Flugzeugs vom Willen bestimmt war, die Öl-Lieferrouten zum türkischen Territorium zu sichern.“ Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF kommentierte dies so, dass Präsident Putin mit dieser Äußerung die Krise mit Ankara weiter anheizen würde. Doch fragte SRF dann gleich selbst den deutschen Nahostexperten und Politikwissenschaftler Michael Lüders, was von diesen Vorwürfen zu halten sei, Zitat Lüders: „Die Vorwürfe sind im Kern nicht unberechtigt. Dass es diese Ölgeschäfte gibt, ist seit geraumer Zeit bekannt. Der Sohn des türkischen Präsidenten Erdogan soll in die Geschäfte verwickelt sein. Er befindet sich seit einiger Zeit im Ausland. Angeblich, um einer Strafverfolgung in der Türkei zu entgehen.“ Weiter sagte Lüders, dass diese Öl-Geschäfte mit der Terrormiliz IS gemäß türkischen Quellen belegt seien. Somit stellt sich doch unmittelbar die Frage: Unterstützt die Türkei den Islamischen Staat? Folgende Indizien legen eine direkte und indirekte Unterstützung nahe: 1. Der Öl-Handel der Türkei mit dem IS Tanklaster des IS würden nach Angaben des russischen Generalstabes unkontrolliert von türkischen Behörden ins Land gelassen. Die Bemühungen, diesen Schmuggel zu unterbinden, bezeichnet Außenminister Lawrow als unzureichend. Unabhängig von den russischen Vorwürfen bestätigten Forscher der Universität Greenwich bei London diesen Öl-Handel des IS. Ihre Studie mit dem Titel „Das Tor des IS zu den globalen Rohöl-Märkten“ belegt den Zusammenhang zwischen Öl-Export über die Türkei und den Kauf von Ausrüstung auf dem internationalen Waffenmarkt. Mit anderen Worten: Der IS exportiert sein Öl über den türkischen Hafen Ceyhan, ohne daran gehindert zu werden. Wie kann das sein? Die Verstrickung in die Öl-Geschäfte führt dabei bis in die Familie des türkischen Präsidenten Erdogan selbst. Bilal Erdogan, dem Sohn des Präsidenten, wird nachgesagt, an diesem Öl-Schmuggel beteiligt zu sein. Der syrische Informationsminister Omran al-Zoubi wirft ihm vor, dass er mit seiner Transportfirma BMZ und Schwarz-Öl aus IS-Gebieten Millionen verdiene. Das Öl werde erst aus diesen Territorien exportiert und danach bis nach Asien verschifft. Mit der Duldung oder direkten Unterstützung des Ölschmuggels unterstützt die Türkei den IS, der mit diesem Geld weiter Waffen kaufen und Dschihadisten anwerben kann. 2. Die offene Grenze zwischen der Türkei und Syrien Die gemeinsame Grenze zu Syrien umfasst einen 98 Kilometer langen Abschnitt, in dem keine Grenzkontrollen stattfinden. Politikwissenschaftler Michael Lüders sagte dazu, Zitat: „Zwar ist die Grenze zwischen der Türkei und Syrien offiziell geschlossen. De facto findet aber ein reger Warenverkehr statt. Offenbar profitieren hohe Kreise davon.“ Warum wird die eigene Staatsgrenze zu einem chaotischen Bürgerkriegsland hin nicht vollständig abgeriegelt? Neben der Tatsache, dass Millionen von Flüchtlinge die Grenzen unkontrolliert passieren, wird die offene Grenze für noch ganz andere „Transaktionen“ benutzt, wie z.B. der Chef des russischen nationalen Verteidigungszentrums Sergej Misinzew dazu sagte, Zitat: „Allein in der vergangenen Woche wurden vom Territorium der Türkei rund 2000 Mann, 120 Tonnen Munition und knapp über 250 Tonnen Fahrzeuge für den IS und al-Nusra nach Syrien geschmuggelt.“ Auch Russlands Außenminister Lawrow fordert die Schließung der Grenze und wäre dabei zu einer Zusammenarbeit mit US-Soldaten bereit. Selbst US-Außenminister Kerry ist in dieser Frage mit ihm scheinbar einer Meinung. Kerry dazu, Zitat: „Es gibt einen 98-Kilometer-Abschnitt, der noch geschlossen werden muss. Es ist genauso im Interesse der Türkei, die Bewegung von illegal transportiertem Öl oder den Übergang ausländischer Kämpfer in die eine oder die andere Richtung abzuriegeln.“ Diese sehr zurückhaltende Aufforderung entlarvt sich aber als taktisches Ablenkungsmanöver, da der IS ohne diesen unkontrollierten Grenzabschnitt höchstens zwei Wochen überleben könnte. Dieser Umstand geht aus offiziellen Papieren hervor und ist dem Pentagon wohl bekannt. Der politischen Führung der Türkei und der USA ist es also daran gelegen, dass dieser Grenzabschnitt offen bleibt. 3. Die Behandlung von IS-Kämpfern in türkischen Krankenhäusern IS-Kämpfern wird im türkischen Grenzgebiet medizinische Versorgung gewährt. Dies wird von einigen türkischen Parlamentsabgeordneten offen kritisiert. Hier nur zwei dieser Stimmen. Mehmet Ali Ebidoglu beklagte: „In der Hatay-Provinz gibt es mehr als 50 Krankenhäuser. Seit 5 Jahren werden dort Dschihadisten behandelt. […] Auch Kämpfer des IS.“ Sein Kollege Muharrem Ince wird dabei noch deutlicher: „In staatlichen Krankenhäusern werden Terroristen behandelt. Die Gesundheits- und Außenminister müssen erklären, warum so etwas passiert. Gibt es an der türkischen Grenze irgendwelche Sicherheit? Sie haben ihre eigenen Monster geschaffen.“ Anhand dieser drei Faktoren – der Öl-Schmuggel, die offene Grenze, und die medizinische Versorgung von Terroristen, wird deutlich: Die oberste Führung der Türkei unterstützt den Islamischen Staat in Syrien. Damit erweisen sie sich als Handlanger der weltweiten Destabilisierungspolitik der USA, welche den IS als Vorwand benutzen, um den Nahen und Mittleren Osten in den Griff zu bekommen. Das zeigt sich schon daran, dass die militärischen Aktionen der westlichen Bündnispartner unter Führung der USA kaum nennenswerte Erfolge gegen den IS vorzuzeigen haben. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Der IS konnte in Syrien und Irak weite Landstriche unter seine Kontrolle bringen. Es ist also von einer verdeckten Kooperation des westlichen Bündnisses mit dem Islamischen Staat auszugehen. Wie wir in zurückliegenden Sendungen berichteten (kla.tv/7198, kla.tv/6568, kla.tv/4281, kla.tv/4283), ist der IS eine vom US Geheimdienst initiierte, trainierte und finanzierte Terrorgruppe. Diese soll den Nahen und Mittleren Osten destabilisieren und als langjähriges Feindbild der Legitimation von US- und NATO-Angriffskriegen dienen. Störfaktoren und wirkliche Konkurrenten, wie z.B. der syrische Präsident Bashar al-Assad, sollen dadurch beseitigt oder zumindest in Schach gehalten werden. Auch im Syrienkonflikt deutet alles darauf hin, dass es letztendlich um nichts anderes geht, als um die Sicherung der weltweiten US-amerikanischen Vorherrschaft. Was als Kampf gegen den IS, oder gegen angebliche Diktatoren wie Assad, verkauft wird, erweist sich in Wirklichkeit als Plan, die US-Alleinherrschaft auf diesem Planeten unter einer NEUEN Weltordnung zu verwirklichen.

von ro./sl./dd.


Hier können Sie die Sendung in der gewünschten Qualität herunterladen:






klagemauer.TV-Tagessendung