Montag 15. Mai 2017

Terror | 15.05.2017

Tag der Kriegsdienstverweigerung – „Nein! Wir wollen keinen Krieg!“ (1 von 2)

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Tag der Kriegsdienstverweigerung – „Nein! Wir wollen keinen Krieg!“ Montag, 15.05.2017 (1 von 2)
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Sexualpädagogik auf dem Prüfstand - Teil 1 - Vortrag von Prof. Dr. Jakob Pastötter Montag, 15.05.2017 (2 von 2)

Erst 1987 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) das Recht zur Verweigerung des Kriegsdienstes als internationales Menschenrecht an. Dennoch erleben weiterhin Soldaten in oder nach einem Kriegseinsatz mannigfaltige Folgeschäden. Ihr höchstes Menschenrecht - das Recht auf Leben – bleibt bei ihnen auf der Strecke. Der internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung wird jährlich am 15. Mai begangen – ein wichtiger Aktionstag mit dem Aufschrei: Nein! Nie wieder Krieg!

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Tag der Kriegsdienstverweigerung – „Nein! Wir wollen keinen Krieg!“ 15.05.2017

Der internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung ist ein Aktionstag, der Ende der 1990er Jahre eingeführt wurde und jährlich am 15. Mai begangen wird. Die Kriegsdienstverweigerung ist die Entscheidung einer Person, nicht am Kriegsdienst seines Staates teilzunehmen. Dies war lange Zeit nur durch Desertion möglich, das meint ein „Fernbleiben von militärischen Verpflichtungen in Kriegs- oder Friedenszeiten“. 1987 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) das Recht zur Verweigerung des Kriegsdienstes als internationales Menschenrecht an. Deutschland war übrigens das erste Land weltweit, das dieses Recht im Grundgesetz verankerte. Die Kriegsdienstverweigerung erhielt damit rechtlichen Vorrang gegenüber einer künftigen militärischen Landesverteidigung. Auch eine Zwangsrekrutierung von Deutschen durch die Alliierten, insbesondere durch die US-amerikanischen und britischen Streitkräfte, sollte damit ausgeschlossen oder erschwert werden. In vielen Staaten ist die Inanspruchnahme eines in der Bundesrepublik selbstverständlichen Menschenrechtes aber immer noch unzureichend geregelt. Verweigerern drohen lange Haftstrafen und gesellschaftliche Ausgrenzung. Somit ist der internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung ein Tag, an dem man darüber nachdenken sollte, warum es für Menschen im wehrfähigen Alter nicht vorstellbar ist, Militärdienst zu leisten. Beispielsweise erklärte die israelische Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer bei ihrem Erscheinen im Rekrutierungsbüro am 10. Januar 2016: „Ich habe mich entschlossen, den Dienst in der israelischen Armee zu verweigern … Solange der gewaltvolle militärische Weg gegangen wird, schaffen wir eine Generation voller Hass, womit die Situation nur eskalieren wird. Wir müssen dies jetzt stoppen!“ Auch wenn die Wehrpflicht in Deutschland derzeit ausgesetzt ist und junge Männer diese Entscheidung aktuell nicht treffen müssen, sollte jeder die grausamen Begleiterscheinungen eines Krieges kennen. Neben den unzähligen Toten, Verstümmelten und Verwundeten, die ausnahmslos jeder Krieg fordert, gibt es weithin unterschätzte Folgeschäden. Ein Beispiel dazu: Nach Aussage des US-Abgeordneten Robert Filner ist die Zahl der Vietnam-Veteranen*, die ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt haben, inzwischen höher als die Zahl der 58.000 US-Soldaten, die im Vietnamkrieg getötet wurden. Trotz eines 2007 verabschiedeten Gesetzes für vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Selbstmorden von Soldaten nach Kriegseinsätzen stieg die Selbstmordrate weiter an. [*Veteranen = Soldaten, die einen Kriegseinsatz überlebt haben] Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass Soldaten auch nach Ende ihres Kriegsdienstes von ihren Einsätzen gezeichnet bleiben. Spätfolgen von Verwundungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, Schuldgefühle, Alkohol und Drogen werden zu alltäglichen Begleitern von Veteranen. Jede Regierung weiß, was sie ihren Soldaten oder eingekauften Söldnern per Marschbefehl zumutet und antut. Dennoch wird dieses Opfer billigend in Kauf genommen – gerade in diesen Tagen und insbesondere von den Vereinigten Staaten von Amerika – wie derzeit in Syrien, Ukraine, Nordkorea, Jemen oder Somalia. Im Namen von Demokratie und Menschenrechten wird das höchste Menschenrecht – das Recht auf Leben – mit Füßen getreten. Ein Grund mehr, auf den Tag der Kriegsdienstverweigerung hinzuweisen, besonders in den Ländern, die Krieg nur noch aus dem Fernsehen kennen. Das entschlossene Fazit aus dem internationalen Tages der Kriegsdienstverweigerung kann nur lauten: „Nein! Wir wollen keinen Krieg!“

von sk./ro./sl.


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