Sonntag 26. März 2017

USA: „Was kommt zuerst, ein Crash oder ein Krieg?“ (Interview mit Ernst Wolff vom 16.03.2017) (1 von 2)

5:47
USA: „Was kommt zuerst, ein Crash oder ein Krieg?“ (Interview mit Ernst Wolff vom 16.03.2017) Sonntag, 26.03.2017 (1 von 2)
5:42
"Weltenschicksal" - vereint gegen Spaltung (2D-Lichtertanz) Samstag, 16.07.2016 (2 von 2)

In den USA ist die soziale Ungleichheit mittlerweile explodiert. Die drohende Konsequenz: Bürgerkrieg. Um diesen zu verhindern, hätten die USA noch eine weitere Option: Krieg, ja – aber beginnend im Nahen Osten. Ernst Wolff bringt die reale Gefahr und deren Hintergründe auf den Punkt.

Direktlink zu dieser Sendung:
Direktlink zu dieser Abspielposition:
Sendung auf eigener Internetseite einbinden
"USA: „Was kommt zuerst, ein Crash oder ein Krieg?“ (Interview mit Ernst Wolff vom 16.03.2017)"
Alle 2 Sendungen vom "26.03.2017" einbinden

USA: „Was kommt zuerst, ein Crash oder ein Krieg?“ (Interview mit Ernst Wolff vom 16.03.2017) 26.03.2017

„Die USA stehen mehr oder weniger vor einem Bürgerkrieg“, meint der Wirtschaftsexperte und Buchautor Ernst Wolff. Ursache dafür ist aus seiner Sicht die große soziale Ungleichheit in den USA, sowie die riesige Schuldenbelastung des Landes. Im Interview mit „Sputnik“ hat der Experte in diesem Zusammenhang vor der Gefahr eines großen Krieges in Folge der Krise gewarnt. „Ich denke, dass die ganz große Frage, die sich im Moment stellt, eigentlich eine sehr tragische ist. Das ist nämlich die Frage: Was kommt zuerst? Kommt zuerst ein Crash oder kommt zuerst ein Krieg?“ Wolff beschrieb die Kriegsgefahr als real: „Meine Vermutung ist die, dass zur Abwendung der ganz großen Krise die USA zum Mittel des Krieges greifen werden und zwar im Nahen Osten. Ich vermute, dass der Krieg im Nahen Osten ganz gewaltig ausgeweitet werden wird, [...]. Ich denke, dass die Aussichten im Moment sehr gefährlich sind." Hören Sie nun im Anschluss das 5-minütige Interview mit Ernst Wolff. (Sputnik:) Ja, blicken wir mal auf die USA. Da wird ja die US-Notenbank die Zinsen erhöhen. Dies wäre dann die dritte Zinserhöhung nach der Finanzkrise. Was heißt das für die Weltwirtschaft? (Ernst Wolff:) Also eine Zinserhöhung ist natürlich nicht im Sinne der großen Finanzindustrie, aber auf der anderen Seite soll diese Zinserhöhung der Welt ja demonstrieren, die amerikanische Wirtschaft, die geht auf einem guten Weg. Die Folge von dieser Zinserhöhung, die meiner Meinung nach nur eine sehr kleine, ‘ne sehr geringe Zinserhöhung sein wird, wird sein, dass die Aktienmärkte leicht einknicken. Aber das wiederum wird die großen Finanzinstitute nicht stören, weil, die werden auf sinkende Kurse wetten. Es wird höchstens eine ganze Menge Kleinanleger in der ganzen Welt erwischen. Aber das ganz Wichtige bei dieser ganzen Entwicklung in den USA ist, dass die Finanzindustrie in den USA ja im Moment im absoluten Aufwind ist, und zwar wegen der versprochenen Steuererleichterung und der Deregulierung (sprich Aufhebung von Einschränkungen) und der Abschaffung von Umweltstandards usw. Also diese ganzen Begünstigungen, die sie unter Donald Trump erlebt. Das ist eigentlich das Entscheidende. Also die Zinserhöhung, ich vermute auch, es wird nur diese eine Zinserhöhung geben und dann wird’s relative Ruhe an dieser Front geben. Also diese Zinserhöhung wird auf jeden Fall keine großen Konsequenzen haben. (Sputnik:) Heißt das, dass Donald Trump mit seinem Kurs tatsächlich Erfolg haben könnte? (Ernst Wolff:) Den wird er langfristig auf gar keinen Fall haben. Aber für mich ist es so, dass Donald Trump so einfach das letzte Aufgebot der Finanzindustrie der USA ist, um noch einmal ganz gewaltig abzusahnen, bevor es dann wirklich zum ganz großen Crash kommt. Weil mit diesen Steuererleichterungen und der Deregulierung nützt er nur den großen Finanzinstituten. Die von ihm versprochenen Arbeitsplätze werden auf keinen Fall zurückgebracht werden in die USA, und wenn Arbeitsplätze zurückgebracht werden, dann nur Niedriglohnarbeitsplätze. Und das wird ihn auch wieder in Konflikt mit seiner eigenen Basis führen. Also, da in den USA erwarte ich in den nächsten Monaten ganz besonders wilde Zeiten deswegen. Vor allem, weil das Volk eben merken wird, dass die ganzen Wahlversprechen von Donald Trump ihm nichts nützen. (Sputnik:) Ja, heute muss Donald Trump ja noch eine weitere Hürde nehmen: Am 15. März endet die Aussetzung der US-Schuldenobergrenze. Ja, das bedeutet im Klartext, dass ab diesem Tag kein Dollar an neuen Schulden gemacht werden darf in den USA. Weil, die 20 Billionen-Dollarobergrenze haben sie ja nach eigenem Vernehmen schon bereits überschritten. Was steht da dem US-Präsidenten Trump noch bevor, heute? (Ernst Wolff:) Ja, ich denke, da steht ihm das Gleiche bevor, wie seinem Vorgänger. Also ich denke, der Ablauf wird der Gleiche sein. Es wird erstmal ein bisschen Wirbel um diese ganze Sache gemacht werden, aber dann wird die Obergrenze wieder nach oben gehoben werden. Das Entscheidende dabei ist, man muss diese Obergrenze mal im Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistung der USA sehen. Also die Schuldenquote der USA, das heißt, das Verhältnis zwischen Schulden und Bruttoinlandprodukt im Jahre 2007 betrug 64%. Das war ein Jahr vor der großen Krise. Diese Schuldenquote beträgt heute 107%. Das heißt, das Land ist heute in einem viel, viel schlechteren Zustand. Zur gleichen Zeit ist die Explosion der sozialen Ungleichheit ungeheuer vorangeschritten. Also die USA sind in riesigen Problemen und dieses Aufschieben der Schuldenobergrenze, das wird auf jeden Fall vorgenommen werden, aber das zeigt uns eben nur, in welchen tiefen Problemen die USA stecken. (Sputnik:) Wir haben ja jetzt einige Punkte, einige Länder angesprochen, die sich verändern in der jüngsten Zukunft. Wie könnte die Weltwirtschaft also in 24 Stunden dastehen? (Ernst Wolff:) Naja, in 24 Stunden wird sich nichts Gewaltiges verändern. Aber wir befinden uns auf jeden Fall in einer Abwärtsspirale und die Probleme werden nicht weniger, sondern die Probleme wachsen an allen Ecken und Enden. Also auf jeden Fall ist die EU sehr, sehr belastet, weil die EU wird langfristig nicht überleben können. Die USA stehen mehr oder weniger vor einem Bürgerkrieg, weil die soziale Ungleichheit in den USA inzwischen also historische Ausmaße angenommen hat, die Schuldenbelastung riesig groß geworden ist, und ich denke, dass die ganz große Frage, die sich im Moment stellt, eigentlich eine sehr tragische Frage ist. Es ist nämlich die Frage: Was kommt zuerst, kommt zuerst ein Crash oder kommt ein Krieg? Wir sehen ja zurzeit, dass überall aufgerüstet wird. Und an der Spitze dieser Aufrüstung stehen die USA. Und die USA haben ja drei potenzielle Kriegsgegner im Visier: Das eine ist Russland, das andere ist China und das dritte ist der Iran. Und meine Vermutung ist die, dass zur Abwendung der ganz großen Krise die USA zum Mittel des Krieges greifen werden und zwar im Nahen Osten. Also ich vermute, dass der Krieg im Nahen Osten ganz gewaltig ausgeweitet werden wird, weil da im Hintergrund eben der niedrige Ölpreis die Finanzindustrie in den USA ganz gewaltig stört. Ich denke, dass die Aussichten im Moment sehr, sehr gefährlich sind.

von hm.


USA: „Was kommt zuerst, ein Crash oder ein Krieg?“ (Interview mit Ernst Wolff vom 16.03.2017)

Sendung und Zubehör in der gewünschten Qualität herunterladen:
Film-Datei (.mp4)
Bitte Downloadqualität auswählen





↑ Neuere anzeigen ↑
Medienkommentar
{{themeblock.title}}

↓ Ältere anzeigen ↓