PyeongChang 2018: Was echten olympischen Geist ausmacht | Kla.TV

Sonntag 04. März 2018

Medienkommentar Kultur

PyeongChang 2018: Was echten olympischen Geist ausmacht (1 von 2)

PyeongChang 2018: Was echten olympischen Geist ausmacht Sonntag, 04.03.2018 (1 von 2)
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Nestlé blüht auf – Äthiopien verdorrt Sonntag, 04.03.2018 (2 von 2)

Die Olympischen Spiele wurden 1896 mit dem Zweck der Völkerverständigung neu eingeführt. Der Franzose Pierre de Coubertin begründete die Spiele mit dem Ziel, nationale Egoismen zu überwinden und zum Frieden und zur internationalen Verständigung beizutragen. Nicht mehr der Krieg auf den Schlachtfeldern sollte die Welt dominieren, sondern der sportliche Wettkampf, der die Völker miteinander verbindet. Doch wird diese Idee auch im Jahr 2018 noch erfüllt? Dazu zwei aktuelle Beispiele unter der Lupe.

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PyeongChang 2018: Was echten olympischen Geist ausmacht 04.03.2018

Die Einführung der Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen wurde auf Anregung des Franzosen Pierre de Coubertin beschlossen. Coubertin wollte „nationale Egoismen überwinden und zum Frieden und zur internationalen Verständigung“ beitragen. Die „Jugend der Welt“ sollte sich bei sportlichen Wettkämpfen messen und sich nicht auf den Schlachtfeldern bekämpfen. Gut 120 Jahre später fanden vom 8. bis 25. Februar 2018 in der südkoreanischen Region Pyeongchang die 23. Olympischen Winterspiele statt. Doch inwieweit trugen diese nun dem olympischem Gedanken von Coubertin Rechnung? Dazu sollen im Folgenden zwei aktuelle zwischenstaatliche Konflikte mit der Frage unter die Lupe genommen werden, ob der olympische Gedanke auch im Jahr 2018 noch standhält: 1. Die Krise zwischen Russland und dem Westen, die mehr denn je politisch verhärtet ist. Doch anstatt die olympischen Spiele für eine Annäherung zu nutzen, kommt nun dazu, dass mit Russland erstmals beinahe eine ganze Sportnation von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen wurde – aufgrund des Vorwurfs von systematischem Staatsdoping. Während der Westen argumentiert, das angebliche russische Staatsdoping schade der Glaubwürdigkeit der Olympischen Spiele, bestreitet Russland, dass es jemals ein staatliches Dopingprogramm gegeben habe. Der deutsche Friedensaktivist Dr. Rainer Rothfuß ist einer der Initianten einer Petition (https://www.change.org/p/international-olympic-committee-olympia-2018-fair-play-f%C3%BCr-russische-sportler), die sportliche Fairness für russische Sportler fordert. Rothfuß kritisierte, dass eine Bestrafung der russischen Sportler ohne Vorlage einer lückenlosen Beweisführung erfolgt sei. So wurden namhafte russische Sportler wie der 6-fache Shorttrack-Olympiasieger Wiktor Ahn oder der Langläufer Sergej Ustjugow ohne Anklage und ohne positiv getestet worden zu sein, ausgeschlossen. Rothfuß sagte dazu wörtlich: „Da haben wir eine ganz klare Verletzung von Rechtsgrundsätzen, die in jedem Rechtsstaat, in jeder Demokratie anerkannt sind. […] Im Sport haben wir eine Art ‚Weltregierung‘: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kann Entscheidungen treffen, und es gibt kein einziges Gericht, das es stoppen könnte.“ Die derzeit rund 9.500 Unterzeichner der Petition vermuten geopolitisch motiviertes Handeln seitens des IOC. Begründung: Die Regelung der Teilnahme russischer Sportler an den Olympischen Winterspielen grenzte für Außenstehende an Willkür. Für die Unterzeichner widerspricht dies jeder Form des olympischen Geistes der Völkerverständigung. Der Ausschluss russischer Sportler von PyeongChang 2018 beruht auf den sogenannten „McLaren-Berichten“. Diese wiederum stützen sich auf Aussagen des in den USA untergetauchten und offensichtlich korrupten früheren Chefs des Moskauer Antidopinglabors Grigori Rodschenkow. Die Glaubwürdigkeit der „McLaren-Berichte“ sowie auch die Glaubwürdigkeit Grigori Rodschenkows müssen jedoch erheblich in Frage gestellt werden, wie Klagemauer.TV in eingeblendeter Sendung bereits darlegte (www.kla.tv/11579). Anstatt wirklich von sportlichen, olympischen Motiven geleitet zu sein, scheint das IOC eher unter dem Einfluss von politischer Propaganda zu stehen. Dass es aber auch anders geht, zeigt das zweite Beispiel zwischen dem verfeindeten Nord- und Südkorea. Diese schlossen sich trotz politischem Konflikt für die Spiele zusammen. Der südkoreanische Minister für die Nationale Wiedervereinigung (Cho Myoung-gyon) bezeichnete die nordkoreanische Teilnahme an den Olympischen Winterspielen als einen „Meilenstein“, der die Tür zum Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel öffne. Auch die Entscheidung Südkoreas, für den Unterhalt und die Verpflegung der nordkoreanischen Olympia-Delegation aufzukommen, war eine starke und ganz praktische Geste der Völkerverbindung. In Erinnerung bleiben dürfte auch der Auftritt einer nordkoreanischen Cheerleader-Gruppe: Während einem Damen-Eishockeyspiel des koreanischen Einheitsteams sangen sie tanzend: „Wir sind eins!“ Ausgerechnet also Nordkorea hält – im Gegensatz zum IOC – den olympischen Geist der Völkerverständigung hoch. [https://www.youtube.com/watch?v=yQsMeMDT4mA] Das Beispiel von Nord- und Südkorea zeigt, wie jahrzehntelange durch Kriege verursachte Spaltung überwunden wird! Wenn nicht geopolitische Interessen, sondern die Völkerfreundschaft im Mittelpunkt steht, verbinden sich die Herzen der Menschen. Gegenseitige Wertschätzung und Hilfsbereitschaft – das macht doch eine vollständige Weltfamilie aus, bei der Russland und auch Nordkorea selbstverständlich nicht fehlen dürfen. Anmerkung der Redaktion: „PyeongChang 2018“ wurde in dieser Schreibweise als Logo bei den Olymp. Sp. verwendet. Verweis auf schon ausgestrahlte Sendungen

von ham./dd.


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