Samstag 17. März 2018

Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich (1 von 1)

Während ein Großteil der Menschen den Wolf in die Natur zurück fordern, sehen andere durch ihn ihre Existenz gefährdet. Wie löst man diesen Konflikt? Indem man aus den Erfahrungen anderer Länder und der Geschichte lernt? Die umfassende Dokumentation aus Frankreich informiert den Zuschauer nicht nur über deren langjährige Praxis zum Thema Wolf und Herdenschutz, sondern zeigt auch wichtige Zusammenhänge auf, die zur Ausrottung des Wolfes in den vergangenen Jahrhunderten führten.

Direktlink zu dieser Sendung:
Direktlink zu dieser Abspielposition:
Sendung auf eigener Internetseite einbinden
"Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich"
Alle 1 Sendungen vom "17.03.2018" einbinden

Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich 17.03.2018

Text: Am 9. März 2018 fanden an vielen Orten in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland zum wiederholten Male Mahnfeuer gegen eine flächendeckende Ausbreitung der Wölfe in Europa statt. Gerade zu diesem Thema gibt es immer wieder kontroverse und häufig emotionale Diskussionen: Auf der einen Seite sehen viele Menschen den Wolf als Teil der biologischen Vielfalt, der zum Gleichgewicht unseres Ökosystems beiträgt. Auf der anderen Seite sind die Weidetierhalter stark über die unkontrollierte Vermehrung des Wolfes in Europa beunruhigt. Die Tierhalter sehen dabei zunehmend nicht nur ihre Existenz gefährdet, sondern die Freilandtierhaltung insgesamt. Dass dieses Thema die Gemüter erhitzt, zeigten auch eingegangene E-Mails von Zuschauern an Klagemauer.TV bezüglich bereits ausgestrahlter Sendungen. In dieser Sendung soll nun ein Blick auf Frankreich geworfen werden. In Frankreich ist die Situation mit den Wölfen schon lange sehr angespannt. Obwohl Frankreich in Sachen Herdenschutz anderen europäischen Ländern wie der Schweiz oder Deutschland um Jahre voraus ist, hat sich die Situation nicht verbessert. Es zeigte sich in Frankreich, dass diese Art von Wölfen, wie wir sie in Mitteleuropa haben, lernen, alle Schutzmaßnahmen zu umgehen. Seit 2011 ist der französiche Ziegenbauer und Filmemacher Bruno Lecomte aus den Vogesen in Ostfrankreich ebenfalls immer wieder von Wolfsattacken betroffen. Das veranlasste ihn, sich mit der Problematik intensiv auseinanderzusetzen. Es entstand eine vielseitige Dokumentation über „Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich“. In seinem Film kommen Herdenschutzbeauftragte, Landwirtschaftsberater, ein Doktor der Ökologie und viele Betroffene zu Wort. Weil seiner Meinung nach viele Menschen falsch informiert werden, möchte er dem Zuschauer wichtige Zusammenhänge und Auswirkungen aufzeigen, die zu einer unkontrollierten Ausbreitung des Wolfes führen. So zum Beispiel werde laut der Dokumentation die Freilandtierhaltung in Frankreich keine zehn Jahre mehr Bestand haben. Auch die Aussagen eines Historikers zu Wolfsangriffen auf Menschen in den letzten Jahrhunderten werfen ein neues Licht auf das Thema. Doch sehen Sie nun selbst diese Zusammenhänge, die die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes ganz neu beleuchten. Abgetippter Text: "Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich" Bruno Lecomte: Guten Tag, mein Name ist Bruno Lecomte vom Hof Chèvrerie du Brabant in den Vogesen. Wir haben 50 Ziegen und wir machen regelmäßig jeden Nachmittag Hofführungen auf unserem Betrieb. Bis 2011 hatte ich keine Meinung über den Wolf, weil er mich nicht betraf und wir das Ausmaß der vielen Wolfsattacken im Süden von Frankreich nicht realisiert hatten. Aber seit 2011 sind wir hier in den Vogesen selber von Wolfsattacken auf Nutztiere betroffen. Sehen sie hier eine Karte der verschiedenen Wolfsattacken in der Gegend des Passes Col du Brabant. Jede Markierung auf der Karte repräsentiert ein getötetes Schaf. Mein Hof die Chèvrerie du Brabant befindet sich oben links. Die letzten Wolfsattacken fanden 50 Meter von meinem Hof entfernt statt. Die getöteten Tiere sind Schafe des Bauern Jean Yves Poirot, der sieben Kilometer von hier entfernt wohnt. Was mich betrifft, so hatte ich keine Wolfsattacken auf meinem Hof, weil ich seit 2011 alle Tiere über Nacht in den Stall bringe. Vorher übernachteten die Tiere auf den Weiden. Jetzt geht das nicht mehr. Hier eine erste Bilanz der Situation in den Vogesen. Im Jahr 2011 gab es offiziell nur einen Wolf und 110 getötete Schafe, mit 45 Attacken. Im Jahr 2012 gab es offiziell drei Wölfe mit 163 toten Tieren und mit 84 Attacken. Im Jahr 2013/14 gibt es tendenziell weniger Attacken im Departement der Vogesen, um danach wieder anzusteigen. Mitte 2016 hatte es bereits wieder 198 getötete Tiere. 80 % der Menschen leben in Städten und die meisten freuen sich über die Rückkehr des Wolfes. Sie denken, dass die Natur ihr Recht zurücknimmt, dass darum alles wieder gut ist. Um mir selber ein Bild zu machen, habe ich in Paris Menschen interviewt und ihnen einige Fotos gezeigt. Ich habe sie gefragt, hat für Sie der Wolf seinen Platz in der Natur von Frankreich?“ Passant: Ja 1.Passantin: Wenn es Wölfe in Paris gäbe, wenn Wölfe Paris überfallen würden, würde ich keinen Wolf töten. Ich bleibe dabei, dass man diese Tiere nicht töten darf. 2.Passantin: Eher nein. Ich denke mir, der Wolf ist ein schädliches Tier, von welchem man sich in Europa praktisch befreien konnte. Die Bemühungen, den Wolf wieder in den Pyrenäen oder anderswo anzusiedeln, gefällt mir nicht. 2.Frage: Was bevorzugen Sie für eine Tierhaltung? Eine Tierhaltung im Freien, wo die Tiere den ganzen Sommer draußen weiden können oder aber eine Hors-Sol-Tierhaltung, wo die Tiere das ganze Jahr in einem Stall gehalten werden? Passantin: Natürlich im Freien, weil es besser für die Tiere ist. Passantin: Tiere müssen sich entwickeln können und nicht in einem Käfig sein. Passant: Wie auf dem Bild links. Ich glaube, da sind wir uns alle einig. Passantin: Wir sind uns alle einig, die Freilandhaltung. Passant: Man könnte sagen, die französische oder die amerikanische Art. Passantin: Die Freilandhaltung. Die freie Haltung. Passantin: Ohne zu zögern, die Freilandhaltung. Ich kaufe nur Bio und alles was Freiland ist. 3.Frage: Finden Sie eine offene Landschaft mit Freilandhaltung oder zugewachsene Landschaft mit Hors-Sol- Tierhaltung besser? Passant: Ich denke, offene Landschaft ist besser und auch angenehmer zum Anschauen und besser, um dort zu leben. Passantin: Die Berge, Skiorte, Skifahren, in allen Jahreszeiten wandern. Sinnvollerweise in der Natur sein. Passantin: Dass es den Wolf im natürlichen Zustand in Frankreich nicht mehr gibt, ja würde dann nicht gerade ein solches Raubtier die Biodiversität verändern? Bruno Lecomte: Ich musste ihnen (Passanten) erklären, dass in Frankreich jedes Jahr trotz Herdenschutzmaßnahmen 9.000 Nutztiere durch Wölfe getötet wurden. Er zeigte den Passanten auch eine Karte der bis 2012 identifizierten Wolfsopfer in den Departementen Frankreichs von 1362 - 1918 (5.767 Opfer). 4.Frage: Meinen Sie, dass Wölfe Menschen angreifen? Passant: Wenn er Tiere angreift, kann er auch Menschen angreifen. Passantin: Das wusste ich nicht. Ich meinte, dass der Wolf Menschen nicht angreift. Sind das die Anzahl Tote pro Departement? Bruno Lecomte: Ja, wegen dem Wolf. Passantin: Aber nicht Menschen. Nein. Nein. Bruno Lecomte: Die Unterstützung des Einen, verursacht den Tod des Anderen, was bevorzugen Sie? Passantin: Ich habe von Anfang an gesagt, dass das eine schlechte Sache ist. Passant: Ich habe es Ihnen vor drei Minuten gesagt, der Wolf hat keinen Platz mehr in Frankreich. Das bleibt meine Meinung. Passantin: Die Wiederansiedlung ist keine gute Sache. Ja, das ist meine Meinung von Anfang an. Passant: Ich weiß nicht, ob ich meine Meinung nach nur zehn Minuten ändere? Aber es verdient darüber nachzudenken. Passantin: Schon jetzt ist es aus anderen Gründen nicht einfach, Tierhalter zu sein, darum sollten keine neuen Probleme hinzugefügt werden. Ich bin einverstanden, dass die Lebenssituation des Tierhalters Priorität gegenüber der Wiederansiedlung eines wilden Tieres hat. Passant: Ich bin dagegen, wenn ich ihn erwische, erwürge ich ihn sofort. Passantin: Ich bin nicht einverstanden. Ich denke, da gibt es andere Lösungen. Passant: Gibt es spezielle Ziegenrassen für den Wolf? Passantin: Gibt es Wölfe die sie nicht essen? Wenn sie ihnen Nahrung geben, zum Beispiel Hacksteaks oder solche Sachen, dann werden sie Ihre Ziege nicht fressen. Passantin: Und wer frisst denn normalerweise die Wölfe? Warum sind die Wölfe so zahlreich? Passantin: Dies zeigt, dass den Menschen die Probleme nicht bewusst sind. Bruno Lecomte: Wie diese junge Frau gut erklärt, kennen die Menschen die Zusammenhänge über den Wolf nicht. Und sie sind falsch informiert. Schauen sie! Es folgen Aufnahmen im Zoo von Paris mit versteckter Kamera: Zooführer: „Auf jeden Fall wurde der Wolf in Frankreich gejagt, gejagt, gejagt, weil er einen sehr schlechten Ruf hatte. Das Beispiel Rotkäppchen, der Wolf ist ein Menschenfresser – er frisst kleine Mädchen, er ist ein satanisches teuflisches Tier usw. Aus diesem Grunde wurde er 1930 in Frankreich ausgerottet. Zum Glück kehrte der Wolf wieder natürlich zurück. Dass heißt, man hat ihn nicht wieder angesiedelt. Er ist von selbst wieder zurückgekommen. Jetzt hat es in den französischen Bergen, insbesondere in den Alpen wieder Wölfe, vorher hatte es keine mehr. Nun hat es in Frankreich nicht sehr viele Wölfe, vielleicht weniger als 100. Aber er ist wieder aufgetaucht. Es gibt Lösungen, die existieren. In Italien haben sie den Wolf nie ausgerottet, nein, nie. In Frankreich haben wir Mühe mit den Großraubtieren, dem Wolf, dem Bären. Der letzte Wolf wurde von einem Jäger grundlos getötet. Das war mehr ein Mord, als etwas anderes. Sie wollen, dass es in den Wäldern keine Raubtiere mehr gibt.“ Sehr bekannte Fernsehsendung Frau: Guten Tag. Mann: Darf ich in den Park hineinkommen? Frau: Selbstverständlich. Mann: Und mit dem Wolf, ist das nicht riskant? Frau: Nein, kein Problem. Mann: Ja, ist die Angst vor dem Wolf nicht gerechtfertigt? Frau: Nein, absolut nicht. Es gibt auf der ganzen Welt absolut keinen Beweis von Wolfsattacken auf Menschen. Versteckte Kamera/ Aufnahmen im Tierpark von Gevaudan Zooführer: „Mit den heutigen Medien, dem Fernsehen, den Zeitungen, dem Radio wüssten wir drei Stunden später, nach der ersten Nachrichtensendung ... ob ein Kind oder ein Erwachsener, ob ein Italiener oder ein Spanier, ein Wanderer oder Schäfer, von einem wilden Wolf getötet worden wäre.“ Bruno Lecomte: Ich habe hier bei mir in einem Tierpark gehört, dass der Wolf nur frisst, was er braucht oder nur kranke Tiere, und dass darum der Wolf keinen oder wenig Schaden macht. Wie Sie gehört haben, hat man den Wolf grundlos ausgerottet, weil die Menschen ganz einfach nur Angst vor ihm hatten. Ein anderer Tierpfleger hat gesagt, dass man es durch die Medien sofort erfahren würde, wenn es eine Wolfsattacke auf einen Menschen gegeben hätte. Also greift der Wolf keine Menschen an, das ist nicht möglich, das hat man uns gesagt. Schauen Sie sich auf dieser Tafel in einem anderen Tierpark, die Nahrung des Wolfes an. Man erklärt was er frisst, und schauen Sie. Die Wölfe sind, wenn man ihnen zuhört, sehr lieb, das ist super und sehr gut für die Biodiversität. Man versteht, warum die Menschen für die Wölfe sind. Man versteht, warum die Menschen für die Wölfe sind. Die Informationen, die wir erhalten sind nicht immer objektiv und man erklärt uns nicht die Wahrheit, das ist es, was wir sehen werden. Es gibt etwa 250.000 Wölfe in der nördlichen Hemisphäre, viele davon in Kanada und in Russland. Es ist wahr, dass der Wolf seine Rolle als Regulator da spielt, wo es sehr viel Wild und wenig Jäger gibt. Da hat der Wolf seinen Platz, da bin ich einverstanden, mit dem was die Tierparks und Zoos erzählen. Hingegen in den Tierhaltungsgegenden wie Frankreich, also da hat der Wolf seine Rolle nicht mehr. Beispiel eines getöteten Schafes Der Wolf hat keine regulierende Rolle mehr und viele Leute haben die wirklichen Folgen einer Wolfspräsenz vergessen. Der Wolf tötet fürs Fressen. Ja, und der Wolf tötet aber auch um des Tötens willen. Wie Sie sehen können, hat dieses Schaf äußerlich keinen einzigen Blutfleck. Der Wildhüter muss das Schaf öffnen, um feststellen zu können, ob es von einem Wolf getötet wurde. Man erkennt die vom Zahn verursachten Löcher an diesem Schaf, welches jedoch keine äußerlichen Blutflecken hat. Das wäre ja der Fall, wenn er das Tier angefressen hätte. Die Expertise bestätigt, dass ein Wolf das Schaf getötet hat. Im Gegenteil zu dem, was uns bestimmte Tierparks erzählen, kann der Wolf zehn Tiere töten und nur eines fressen, wie sie es auf diesem Bild sehen. Unglücklicherweise trifft dies häufig zu. Der Wolf tötet nicht nur Schafe. Er tötet Rinder, Pferde, Hunde. Manchmal versteckt er seine Beute und man findet die Tiere nicht mehr, wie dieses Bild zeigt. Ich gebe zu, das sind keine schönen Bilder, vor allem nicht in Anwesenheit von Kindern. Aber es ist nicht schlimmer, als ein Dokumentarfilm darüber anzuschauen, wie Löwen eine Gazelle fressen. Man muss die Sachen relativieren. Es ist wichtig, der Gesellschaft diese Bilder zu zeigen, weil die Gesellschaft uns den Wolf durch ihre Gesetze aufzwingt. Als Tierhalter müssen wir daher die Folgen dieser Gesetze aufzeigen. Wir haben oft unsere Unzufriedenheit und unsere Abscheu über die tödliche Präsenz des Wolfes kundgetan. Der Wolf betrifft die Tierhalter, aber auch die Gesellschaft, weil er, unter anderem, neben unseren Häusern in den Dörfern jagt. Schauen Sie auf dieser Karte, der Wolf hat vier Mal im Stadtzentrum von La Bresse, in den Vogesen, Attacken gemacht. Er war doch sehr nahe bei den Wohnhäusern. Diese Attacken in La Bresse wurden in den Medien nicht thematisiert, um den Leuten keine Angst zu machen. Hingegen wird das in den Alpen, wo es viele Wölfe gibt, von den dortigen Medien thematisiert, wenn Wölfe neben Kindergärten jagen. Nachdem wir alle diese Bilder gesehen haben, sind wir berechtigt, die Frage zu stellen: Tötet der Wolf auch Menschen? Dazu bin ich nach Paris gereist, um einen anerkannten Historiker Jean Marc Moriceau zu interviewen. Jean Marc Moriceau (Professor Universität Cean, Mitglied des Universitäts-Instituts von Frankreich, Präsident der historischen Vereinigung für rurale Gesellschaft): Wir kommen gerade aus den nationalen Alarchiven, welche sehr wichtig sind, wo es viele Quellen und Statistiken über die Geschichte des Wolfes gibt. Insbesondere über die Geschichte des Wolfes Ende des 17. und 18. Jahrhunderts. Aber das ist nur ein Ort unter vielen, und wir suchen in ganz Frankreich durch die Archive der Departemente, die Informationen über den Wolf haben. Und ebenso in den Gemeindearchiven, der Nationalbibliothek, private Archive und vielen anderen Quellen. Dies, weil der Wolf in unserer Vergangenheit allgegenwärtig war. Er war überall in Frankreich. Darum auch überall in den Archiven. Warum wollte der Mensch den Wolf ausrotten? Zuerst wollte der Mensch den Wolf nicht ausrotten, aber er wollte ihn zurückdrängen und ihn verjagen, weil er sein Hauptkonkurrent war. Und da weiß man, dass es schon seit dem 6. Jahrhundert vor Christus, durch die Reglementierung von Solon, dem Athener, Prämien für die Tötung von Wölfen gab. Etwa 60 % bis 75 % der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft. Und wenn der Wolf, den es überall gab, in Aktion trat, entstanden große Schäden in der überlebenswichtigen Landwirtschaft. Zu dieser Zeit hatte es in Frankreich 15.000 bis 25.000 Wölfe. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurden vom Wolf in Frankreich jährlich 100.000 Schafe gefressen oder getötet. Aber auch andere Tierarten waren betroffen. Was heute erstaunt, es gibt viele Zeugen über Wolfsattacken auf Großvieh, auf Kühe, Ochsen, Kälber, aber auch auf Maulesel und Pferde. Das betraf einen wichtigen, nicht nur landwirtschaftlichen Sektor der Wirtschaft, weil die Ochsen, Pferde und Maulesel als Zugtiere die Belieferung verschiedener Aktivitäten absicherten. Wolfsattacken gefährdeten die Transporte und den Handel. Und so hatte man bis ins 19. Jahrhundert Arbeitsunterbrüche, z. B. in Schmieden, weil der Wolf Maulesel und Pferde attackierte, die Erze und Brennmaterial transportierten. Man muss sehen, dass so der Wolf als öffentlicher Feind Nr. 1 angesehen wurde, weil er alle Nutztierarten attackierte, die nicht nur die Landwirtschaft betrafen, sondern auch die Industrie und den Handel. Und nicht zuletzt gab es noch einen anderen Grund: Der Wolf griff auch die Menschen an. Heute hat man die Tendenz, das zu vergessen, aber die Historiker aller Epochen zeigen auf, dass es seit dem Altertum zahlreiche Wolfsattacken auf Menschen gab. Zu einer Zeit, als der Mensch viel verletzlicher war als heute. Es gibt zwei Arten von Wolfsattacken: Räuberische, die hütende Frauen und Kinder attackierten, und tollwütige Wölfe, die alle Menschen angriffen. Die Berichte aus dieser Zeit beweisen, dass der Wolf tatsächlich die Menschen attackierte. Das verursachte häufig verlustreiche Jahre mit hunderten ja gar tausenden durch Wölfe attackierte Menschen. Insbesondere am Ende des 17. Jahrhunderts, als Charles Perrault die Geschichte "Das Rotkäppchen" schrieb, welche erst 100 Jahre später von den Gebrüder Grimm übernommen wurde. Dass Perrault 1695 diese Geschichte veröffentlichte, kam nicht von ungefähr. Er rechnete damit, dass tausende von Lesern aus den Städten die Geschichte lesen würden, weil man wusste, dass damals mehr als tausend, ja gar zweitausend Kinder jährlich von Wölfen in fünf oder sechs Regionen Frankreichs angegriffen wurden. Die Forschung zeigt effektiv, dass man zwischen dem Ende des Mittelalters und dem Anfang des 19. Jahrhunderts bereits Aufzeichnungen von bis zu 9.000 Wolfsopfern hatte. Diese Zahl scheint enorm für die, welche denken, dass der Wolf keine Menschen angreift und behaupten, dass die, die das Gegenteil sagen, Lügner seien. Dieses Dogma ist nachweislich nicht haltbar, wird jedoch gezielt eingesetzt, um die öffentliche Meinung für den Wolf zu beeinflussen. Diese Behauptung kann laut Statistiken aus Archiven mit 9.000 menschlichen Opfern nachweislich widerlegt werden. Man kann diese über mehrere Jahrhunderte verteilten 9.000 menschlichen Opfer als wenig ansehen, denn diese 9.000 Opfer verteilt auf 250 Jahre repräsentieren tatsächlich nur die Spitze eines Eisberges. Dies, weil das nur diejenigen sind, die beim jetzigen Stand der Forschung effektiv dokumentiert sind. Man muss schon sehr gut suchen, um sie zu finden. Als ich meine erste Erfassung vor zwölf Jahren begann, gab es einen Ökologen Francois Beaufort, der eine Doktorarbeit darüber schrieb. Er hatte 500 bis 1.000 dieser Wolfsopfer gefunden. Also gingen wir von 500 bis 1.000 Opfer von Wolfsattacken aus. In meiner ersten Forschungsarbeit bin ich nach drei bis vier Jahren bereits auf 3.000 Opfer gekommen. Also, je mehr Zeit vergeht, je höher werden die Zahlen, weil uns immer mehr ans Licht gebrachte Informationen aus den Archiven erreichen. Folglich steigt die Anzahl gefundener Opfer noch, aber man wird kaum über 10.000 bis 15.000 Opfer gehen können. Warum? Weil vieles verlorengegangen ist. Man hat natürlich nur einen Teil der Wirklichkeit, obwohl sich die Dokumentation auf viele Quellen stützt. Einen Teil dieser Dokumente gibt es erst seit 1575 bis 1580. Und da handelt es sich um Zivilstands-Akten. Für die administrativen Dokumente musste man ein Jahrhundert weitergehen, bis 1660, um genügend Akten zu haben. Man sieht also, dass es Geschichtsperioden gibt, ich würde sagen bis 1670, wo man eine enorm wenig dokumentierte Registrierung hat. Deshalb muss man verstehen, dass man höchstens fünf- bis 15 % der Realität kennen kann. Hingegen kennt man dafür ab dem Ende des 17. oder 18. Jahrhunderts 20 % bis 50 % der Realität. Das ist bereits viel bedeutender. Sehen Sie die Zahlen, die ich Ihnen gebe, sie sind für das 18. Jahrhundert mal zwei zu multiplizieren. Sie sind mal fünf zu multiplizieren für das Ende des 18. Jahrhunderts. Mal 20 für den Anfang des 17. Jahrhunderts. Mal 30 oder 40 für das 16. Jahrhundert. Also sind es nicht 9.000, sondern höchstwahrscheinlich 50.000 bis 60.000 Todesopfer für einen Zeitraum von 250 Jahren, die es gab. Zu diesen Toten muss man die Verwundeten dazu zählen. Aus den Quellen erfahren wir, dass es wegen dem Wolf ebenso viele Verwundete gab wie Tote. Also müsste man die Zahlen im Minimum verdoppeln, dann käme man auf mindestens 50.000 bis 100.000 Verwundete. Diese hatten Wunden von Wolfsattacken, die ihren Zeitgenossen und Verwandten die Gefährlichkeit des Wolfes vor Augen führte. Aber es gab nicht nur die Toten und Verwundeten, sondern es gab auch die psychologisch traumatisierten Opfer, die Zeugen davon waren, wie ihre kleine Schwester oder der Bruder von einem Wolf gerissen und gefressen wurde. Das alles, um Ihnen zu sagen, dass 9.000 schon viel sind, aber dies nur ein kleiner Teil der Wirklichkeit ist. Bruno Lecomte: Besteht heutzutage die Gefahr von Wolfsattacken auf den Menschen? Jean Marc Moriceau: Sie ist nicht auszuschließen, aber sehr unwahrscheinlich in Europa. Weil die Lebensbedingungen heute ganz anders sind, als die Verhältnisse bis zum 19. Jahrhundert. In diesen alten Zeiten gingen die Kinder nicht zur Schule und hüteten oft das Vieh auf Weiden, in der Nähe von Wäldern. Heute gehen die Kinder von fünf bis 15 Jahren in die Schule, welche damals kleine Hirten waren. Auf jeden Fall gibt es heute in den Regionen auf der Welt, wo das Vieh von Kindern und anderen gehütet wird, immer noch Wolfsattacken auf Menschen. Nun, warum werden heute mögliche Wolfsattacken auf Menschen nicht mehr in Erwägung gezogen? Da es eine gewisse Desinformation gibt. Man versteht, dass eine gewisse Anzahl Ökologen, welche die Wiederansiedlung des Wolfes unterstützen und das verteidigen, die Verbreitung von zu vielen Informationen nicht wünschen. Sie möchten verhindern, dass die Öffentlichkeit beunruhigt wird, um die Wiederansiedlung des Wolfes nicht zu gefährden. Das führt dazu, dass sich wie ein Gesetz des Schweigens etabliert, um gewisse Informationen zu verneinen und sie zu vernebeln. Und das beengt die Historiker, die die Freiheit wollen, die Wahrheit zu erkennen und sie auszudrücken, ohne zu übertreiben. Also geht es nicht darum, für die aktuelle Zeitperiode lauthals zu verkünden: Der Wolf sei ein gefährliches Tier. Ich will nur sagen, dass auch heute unter bestimmten Bedingungen Wolfsattacken auf Menschen nicht ausgeschlossen sind. Ein gut informierter Historiker verbessert seine Informationen und gibt ihnen einen historischen Zusammenhang und zeigt gewisse Realitäten, die man nicht verneinen sollte. Sie erklären das negative Bild des bösen Wolfes, sonst würde man das Bild des bösen Wolfes, den es lange gab, gar nicht verstehen können. Aber man soll nicht übertreiben. Wir leben heute in einer kulturellen Zivilisation, die die Beziehung zwischen Mensch und Natur verstehen will und die die Biodiversität verteidigen möchte. In diesem Rahmen wird es als politisch nicht korrekt wahrgenommen, wenn man die schädliche Auswirkung eines wilden Tieres anspricht. Dieses System ist gefährlich, weil diese wilden Tiere mit verheerenden Beutezügen irreparable Schäden verursachen, die wirtschaftlich und auch menschlich schwer zu ertragen sind. Dann ist es zu spät, um sich darüber bewusst zu werden. Bruno Lecomte: Wie es der Historiker Jean Marc Moriceau erklärt hat, gab es in der Vergangenheit viele Wolfsattacken und es gibt sie auf der Welt immer noch. Diese Attacken werden von den Medien wenig bekannt gemacht. Ich hatte Glück und bin auf eine Sendung gestoßen, die eine aktuelle Wolfsattacke auf einen Menschen beschreibt. Jedes Mal, wenn in Alaska ein Vorfall mit Wölfen bekannt wird, stellt man fest, dass sie keine Angst vor uns Menschen mehr haben. John Marc Moriceau hat uns erklärt, dass die Herden früher meistens von Kindern gehütet wurden. In einem Tierpark habe ich ein Plakat gesehen, welches erklärt, dass um 1900 die Herden klein waren, und von einem Hirten mit einem Schäferwagen bewacht wurden und dass es viele Wölfe gab. 1930 gab es noch einen Wolf. Immer noch kleine Herden und immer noch Hirten. 1950 ist es so, dass als Folge der Ausrottung des Wolfes der Hirte nicht mehr notwendig war. Der Schäferkarren war zum Verkaufen. Es ist wahr, dass es keinen Hirten mehr brauchte. Weil es keinen Wolf mehr gab, aber auch weil die Tierhalter mittlerweile elektrische Zäune hatten, die es früher nicht gab. Etwas wurde auf dem Plakat nicht erklärt, nämlich, dass die Bauern etwa zwei Kühe, drei Ziegen und Schafe, also kleine Bestände hatten, die einfach zu hüten waren. Dabei betrugen die Kosten für Nahrung im 18. bis 19. Jahrhundert 60 % des Einkommens. Wie diese Grafik zeigt, betrugen sie 1950 noch 35 % des Einkommens und 2014 unter 14 %. Wie kam es dazu, dass die Preise für Nahrungsmittel so tief gesunken sind? Nun, ganz einfach, weil die Bauernhöfe immer größer wurden. Ein Schäfer muss heute mindestens 400 Schafe haben, um das legale Mindesteinkommen zu erreichen. Wenn das überhaupt genügt. Das Problem ist nun, dass es Gebiete mit mehreren Naturparks gibt, wie in den Vogesen. Wie wollen Sie, dass ein Tierhalter fünf verschiedene Weiden, an fünf verschiedenen Orten Tag und Nacht überwacht? Das ist nicht möglich! Leider erklärt dieses Plakat das nicht. Das Plakat lässt glauben, dass alles gut geht, wenn man einen Hirten mit einem Herdenschutzhund bei den Schafen hat. Also können dann Wölfe anwesend sein und es passiert nichts. Schauen wir also, ob alles gut geht. Laurent Garde (Forschungsinstitut Ausführung Weidewirtschaft in den Alpes Méditerranéé/ Doktorant in Ökologie und Athropologie): Für das Dossier Wolf hatten wir als Experten für die Tierhaltung mit Weidewirtschaft ein Mandat des Umweltministeriums bei der nationalen Wolfskommission. Und in dieser Eigenschaft sind wir Ansprechpartner der Öffentlichkeit. Wir sind bei den Tierhaltern sehr präsent und so etwas wie ein Transmissionsriemen, um die Schwierigkeiten aufzuzeigen und die Herdenschutzmaßnahmen zu begleiten. Ich glaube, dass es da wichtig ist zu sagen, dass alle Tierhalter gegen den Wolf sind. Das ist klar und deutlich. Aber sie sind pragmatische Leute, das ist ihr Arbeitswerkzeug, das ist ihr Leben, ihr Beruf, das ist ihre Leidenschaft. Also haben sie sich nach und nach mit der Vermehrung der Wölfe engagiert und Herdenschutzmaßnahmen ergriffen. Ich möchte folgendes sagen, nämlich dass die Tierhalter da mitgemacht haben, das ist wichtig. Sie haben ihre Aufgaben gemacht. Wir haben an den Herdenschutzmaßnahmen gearbeitet. Was sind die Herdenschutzmaßnahmen? Herdenschutzhunde, elektrifizierte Zäune, Nachtpferche, viel mehr Arbeitseinsätze und viel mehr Handarbeit, um die Herden zu bewachen. Das sind die Grundelemente des Herdenschutzes, die mehr oder weniger gut funktionieren. Darauf kommen wir noch zurück. Da gibt es viele mehr oder weniger unzuverlässige phantastische Dinge, technische Spielereien. Viele Leute möchten, dass man das übernimmt. Das sind flatternde farbige Bänder und andere angstmachende Mittel. Aber der Wolf ist ein sehr schlaues Tier und das funktioniert so lange wie es funktioniert. Vielleicht ein paar Tage, und dann sagt man: „Ja stellen sie einen Esel und ein Lama in die Herde.“ Naja, dann wird es langsam folkloristisch. Nein, der Herdenschutz ist ein ernstes und seriöses Thema. Das ist nicht ein Thema, das man behandelt, indem man technische Gadgets installiert, um Freude zu machen. Bruno Lecomte: Um mir ein Bild über die Wirksamkeit der Herdenschutzmaßnahmen zu machen, habe ich die Tierhalter in der Gegend des Mercantour, wo der Wolf schon 20 Jahre anwesend ist, besucht. Dazu eignet sich am besten eine landwirtschaftliche Messe, um Schäfer zu besuchen. Julien Gerro (1.500 Schafe, 600 ha Gemeinschaftsweiden): Seit sieben Jahren haben wir Wolfsattacken. Wir haben sofort mit Herdenschutzmaßnahmen reagiert und evaluieren seitdem die uns vorgeschlagenen Maßnahmen. Aber wir machten die Erfahrung, dass der Wolf sich nicht ängstigen ließ und wir uns nicht schützen konnten. Die Schafe verbringen die Nacht in einem elektrifizierten Netz-Zaun, der 120 cm hoch ist. Wir haben keine Probleme und benutzen auch keine erschreckenden Mittel, nichts. Schlussendlich ist nicht die Nacht das Problem, sondern der Tag. Sobald wir im Unterholz und in Lichtungen weiden, werden die Herden angegriffen, auch bei Gewitter und Nebel. Folglich haben wir da keine Mittel zum Schutz. Was ist denn die Lösung? Julien Gerro: Die Lösung, naja, da hat es nicht 36, und es geht nicht darum, ihn auszurotten. Aber wir wollen auf ihn schießen, ihm Angst machen und die Rudel regulieren, da wo sie zu präsent sind. Das ist alles. Das Problem ist, dass es immer mehr Wölfe gibt. Adeline Boyer und Loris Morato (300 Schafe): Ich habe im Januar die Herde meines Vaters übernommen. Ich bin 21 Jahre und wir haben 300 Schafe. Wir schlafen jede Nacht neben der Herde und weil wir präsent sind, geht es mit den Attacken in der Nacht. Und wir sind bewaffnet. Aber am Tag, wenn wir die Tiere manchmal nicht sehen, gelingt es dem Wolf sie zu töten, ohne dass wir das merken. Und warum? Loris Morato: Naja, weil es bewaldet ist und da sind Orte, an denen man die Tiere nicht immer sieht und dann schlägt er zu und tötet Schafe. Habt ihr Herdeschutzhunde? Loris Morato: Wir haben drei Schutzhunde! Benoit Esmengiaud (Berater Landwirtschaftskammer Alpes maritimes): Was die Wolfsattacken auf den Alpweiden betrifft, so haben die Schäfer Schutzmaßnahmen getroffen und halten praktisch alle Schafe des Nachts in Pferche und speziellen Weidekoppeln bis zum Ende der Weidezeit. Außerdem hat es größere Koppeln von 20 ha, die es erlauben, die Schafe dort am späten Nachmittag zu halten und insbesondere dann dort weiden zu lassen, wenn es Nebel und schlechtes Wetter hat. Es gibt dafür 80 % staatliche finanzielle Unterstützung für die Schäfer und es gibt Herdenschutzhunde. Viele haben Herdenschutzhunde. Herdenschutzhunde verursachen Probleme mit Wanderern und Mountainbikern. In der voralpinen Zone hat es viele Paragleiter und Touristen. Es gibt oft Probleme, die mit den Herdenschutzhunden zu tun haben, die Wanderer und ihre Hunde in der Umgebung der Schäfereien beißen und aggressiv sind. Das hat auch Auswirkungen auf die Gemeinden, die mit Anzeigen von Städtern wegen dem Verhalten der Herdenschutzhunde eingedeckt werden und die die Schäfer auf die Bestimmungen des Herdenschutzes verweisen. Wenn die Schäfer Herdenschutzhunde haben, schadet das dieser Sache. Aber sie werden über die staatliche Konvention des Herdenschutzes dazu gezwungen, Hunde zu halten. Dies darum, weil sie sonst keine staatlichen finanziellen Abgeltungen für den Herdenschutz bekommen. Die Reglementierung verlangt diese Herdenschutzmaß-nahmen, wie die Überwachung der Herden, Schutzhunde, Nachtpferche usw. – wie ich es schon erklärt habe. Auf den Alpen ist es möglich, die Schafe am Abend von den Alpweiden in die Nachtpferche zu bringen. Dies führt jedoch durch den täglichen Viehtrieb, hin und zurück, zu einer starken Verschlechterung der Weiden. Aber in der voralpinen Zone müssen die Tiere nachts weiden können. Denn wenn man sie täglich in Nachtpferchen hält, leidet die Leistung, das Wachstum der Tiere und es entstehen sanitäre Probleme mit Parasiten. In diesem Jahr sind neben den Schafen, Ziegen, Pferden usw., die von den Wölfen gerissen wurden, auch acht Herdenschutzhunde getötet und gefressen worden. Tatsächlich greifen die Wölfe nicht nur ausschließlich Schafe an, wie man meint. So überlegten sich Schäfer insbesondere auf Milchkuhhaltung umzustellen. Aber sie mussten feststellen, dass das nicht die Lösung war, weil Wolfsrudel ebenso Rindvieh, Pferde und andere Tiere angreifen. Herdenschutzhunde sind eine beschränkte Schutzmaßnahme, die insbesondere Attacken behindern, wenn die Schafe in den Nachtpferchen übernachten. Wenn die Wölfe, so in ihren Attacken behindert werden, dann greifen sie vermehrt am Tag an. Es gelingt den Wölfen, die Maßnahmen zu vereiteln, indem es ihnen gelingt, die Schafe so zu verängstigen, dass sie aus den Nachtpferchen ausbrechen, um sowohl in der Nacht wie auch am Tag attackieren zu können. Als Berater der Landwirtschaftskammer kann ich bestätigen, dass alle Herden Tag und Nacht auf den Alpen von den Schäfern und deren Gehilfen beaufsichtigt werden. Bruno Lecomte: Normalerweise weiden die Schafe nachts. Luc Vincent konnte trotz seiner 5 Schutzhunde, seine Herde nicht mehr schützen. Sie wurden immer wieder von Wölfen attackiert. Darum beschloss er, sie in diesem Nachtpferch zu halten. So müssen die Schafe es anders machen, als es eigentlich besser für sie wäre. Man lässt sie gegen die Natur arbeiten. Am Abend müssen sie täglich zum Pferch herunter getrieben werden und das alles wegen dem Wolf. Ist das Leben nicht schön? Luc Vincent (1.400 Schafe im Nationalpark Mercantour): „Wir haben im Moment Glück. Ich greife Holz an, dass nichts passiert ist. Die Wölfe sind gekommen, und wurden vom Pferch und den Hunden abgewehrt. Die Schafe sind nicht ausgebrochen. Im Radio hat eine Frau einmal gesagt, die Schäfer sollten sich an die Arbeit machen. Sie haben Wolfsattacken, weil sie ihre Tiere nicht hüten. Sie sollen sich an die Arbeit machen. Also die, die hat Glück, dass sie mir nicht gegenübersteht. Ich würde ihr ein paar Ohrfeigen geben, dass sie drei Tage nur noch Püree essen könnte. Die blöde Kuh, echt. Sie sollte einmal schauen kommen, was für ein Leben wir hier führen und wie wir diese armen Tiere halten müssen. Also wirklich, wir führen ein schlechtes Leben, und müssen unseren Tieren ein ebenso schlechtes Leben führen lassen, wegen dem Wolf. Das wissen die Leute nicht.“ Also, wie sehen Sie die Zukunft? Luc Vincent: Ich sehne mich nach der Rente! Wie alt sind Sie denn? Luc Vincent: 53 Jahre alt und ich sehne mich danach, aufzuhören. Ich sage nur das, ich sehne mich danach, aufzuhören. Ich sagte es gestern Abend meinem Kollegen. Wegen dem Problem mit den Wölfen habe ich Eile aufzuhören, obwohl mir mein Beruf gefällt. Ich habe eine selektionierte Herde, das gefällt mir. Ich liebe meine Schafe und alles. Aber diese Situation macht mich krank. Das ist zu viel. Was passiert nach Ihnen, wenn Sie aufhören? Luc Vincent: Ich weiß es nicht! Einige werden weitermachen wollen, aber viele werden aufhören. Es hat schon solche, die aufhören. Und die Jungen, die die Höfe übernehmen mit all den Schwierigkeiten, ist das die Mühe wert? Bruno Lecomte: Luc schützt seine Schafe nachts, dank dem Pferch, was nicht überall der Fall ist. Caroline Bourdat (500 Schafe): Das ist Gina, das sind anatolische Herdenschutzhunde. Hunde, die nerven können, wenn man wegen ihnen alle 15 Tage zur Polizei muss. Wir wurden gezwungen, sie einzusetzen, um die Herden zu schützen. Die Stachelbänder sind, damit sie die Hunde nicht erwürgen können. So versuchen wir, den Schaden in Grenzen zu halten. Verglichen mit dem Batu, eine andere Rasse, sind sie dem Wolf gegenüber viel aggressiver. Das sind Hunde, die den Wolf verfolgen, und mit ihm kämpfen, was der Batu nicht macht. Der Batu warnt und lässt den Menschen machen. Wir haben versucht, eine gute Zucht mit ausgeglichenen Hunden zu finden, weil wir in einer großen Wandergegend sind, um nicht zu viele Konflikte mit Wanderern zu haben. Aber ja, es ist doch problematisch. Sobald ein fremder Hund sich unangeleint frei bewegt, dann gibt es ständig Raufereien. Klagen bei der Polizei, Gesetzesmahnungen, alles unangenehme Angelegenheiten. Das war nicht so vor dem Wolf. Wir stellten fest, dass die traditionellen Maschendrahtzäune mit einem Elektrodraht oben nicht genügten, weil der Wolf immer eine Lücke entweder oben oder unten fand. Wir machten in einem Pilotprojekt mit und installierten einen 1,80 m hohen Zaun mit acht Drähten. Davon zwei Drähte an der Masse, sodass der Wolf einen Stromschlag bekommt, auch wenn seine Füße, keinen Kontakt mehr zum Boden haben – nicht geerdet sind. Das sind Einschränkungen, weil sehr viel Unterhalt notwendig ist. Es ist sehr bewaldet hier, und man muss regelmäßig Zaunrundgänge machen, mit entsprechendem großen Arbeitsaufwand. Zaunkontrollen und Äste wegräumen. Wenn man will, dass Strom fließt, muss man das Gras unten vernichten, damit der Strom nicht geerdet wird. Das heißt, dass wir in einem natürlichen Milieu überall Glycol-Phosphat sprühen. Ein anderes Problem ist, dass man die Vegetation totspritzt, die sonst den Boden zusammenhält. Der Boden erodiert und es entstehen Löcher unter dem Zaun. Als Folge müssen die Löcher aufgefüllt werden. Also hat man ein Effektivitätsverlust und muss am untersten Draht kleine Kettchen aufhängen, um besser den Unebenheiten des Bodens zu folgen. Es ist wirklich nicht ökologisch, Unkrautvertilgungsmittel in der Natur einzusetzen. Und nicht zuletzt hat der Zaun nur eine Lebensdauer von zwölf Jahren. Ich gehe davon aus, dass die Wölfe, die uns permanent beobachten, das Benehmen der Hunde gesehen haben, die ohne Sorge zwischen den Drähten hindurch springen. Die Wölfe machen es gleich. Sie springen zwischen den Drähten durch. Also der Strom und die Zäune halten sie nicht mehr auf. Das ist Alcatraz. Wir haben das Gefühl, in einem Ghetto zu leben. Es gibt noch ein anderes Prinzip. Das der doppelten Einzäunung für den Nachtpferch. Das soll verhindern, dass der Wolf angreift und die Schafe verängstigt. Mit den Netzzäunen hatten wir das Problem, dass wenn wir die Schafe darin halten und der Wolf kommt, dann geraten die Schafe in Panik und durchbrechen das Netz. Der Wolf muss gar nicht in den Pferch eindringen. Es gelingt ihm auch so, dass die Schafe fliehen. Das Ziel der doppelten Einzäunung ist es, eine Sicherheitsdistanz für den Nachtpferch zu haben. Tatsächlich verursachen die Netze ein Gemetzel. Die Schafe stürzen sich davon in die Netze. Es gibt so mehr Verluste mit Schafen, die sich im Netz verfangen, als durch den eigentlichen Wolfsriss. Hier haben wir einen ersten Zaun mit zwei elektrischen Drähten als Nachtpferch. Und hier haben wir einen zweiten, 1,80m-Zaun mit acht elektrischen Drähten. Wir haben kleine Lampen auf den Zaunpfosten hinzugefügt, weil wir dachten, das würde den Wolf verängstigen. Trotzdem haben wir Attacken. Bruno Lecomte: Wenn Nachtpferche und Herdenschutzhunde nicht mehr genügen um die Schafe zu schützen, dann ist die letzte Lösung, sie in Gebäude einzusperren. Ich habe Jean Francois Philippe an der Landwirtschaftsmesse getroffen. Er ist mit seiner Mutter gekommen und musste seine Schafe während seiner Abwesenheit in ein Gebäude einschließen, um sie vor den Wölfen zu schützen. An diesem Tag war es kein Fest für die Schafe. Sie waren so alles in allem nur vier Stunden draußen. Eine unglaubliche Situation. Aber durch die Präsenz des Wolfes nicht anders möglich. Mutter von Jean Francois Philippe: Ich habe fünf Batu-Herdenschutzhunde und trotzdem kommt es zu Wolfsattacken. In den Netzzäunen geraten sie in Panik und ergreifen die Flucht und wenn wir weggehen, müssen wir sie auf dem Hof einsperren, damit wir beruhigt sein können und die Herde in Sicherheit ist. Jean Francois Philippe (250 Schafe, 30 Ziegen, 2 Kühe): Ich wohne sieben Monate im Jahr hier, um meine Tiere Tag und Nacht zu bewachen. Und hier schließe ich sie in der Nacht ein, um sicher zu sein. Jeden Abend bringe ich die Schafe hierher, wegen dem Wolf. Als Folge davon, schlafen sie auf 50 cm Mist. Müsstest du nicht einstreuen? Hast du kein Stroh? Jean Francois Philippe: Nein. Ich habe kein Stroh. Ich stalle sie drei, vier Tage hier auf und dann in einem anderen Gebäude. So kann der Mist jeweils trocknen. Wie machst du es, um auszumisten? Jean Francois Phillippe: Zum Ausmisten hilft mir jemand. Das ist sehr hart. Es muss von Hand, mit der Gabel und der Schubkarre gemacht werden. Maschinen können nicht in die Gebäude. Das war nicht vorgesehen. Ich alpe die Schafe im Juni und August auf 400 m Höhendifferenz. Das sind 1,5 bis 2 Stunden Fußmarsch vom Nachtlager zur Weide und wieder zurück zum Nachtlager. Also täglich drei bis vier Stunden. Das beschädigt auch viel Weideland. Sie können so nicht fressen wie sie wollen. Der Viehhändler sieht die Gewichtsverluste und wir verkaufen wegen dieser Einschränkungen immer weniger Lämmer. Wegen den Wolfsattacken stelle ich seit drei, vier Jahren finanzielle Verluste fest. Ich wurde am 24. August zwischen diesen zwei Felswänden von einem schwarzen Wolf angegriffen, weil ich meine Herde verteidigte. Hast du Angst? Jean Francois Philippe: Genug Angst, weil er mit aufgerissener Schnauze kam. Das macht sehr, sehr Angst. Und dann? Jean Francois Philippe: Ich habe schnell die Jagdprüfung gemacht und seitdem gehe ich mit dem Gewehr auf die Alp. Für dich in zehn Jahren, wo willst du sein? Immer noch hier oder nicht? Planst du für zehn Jahre? Jean Francois Philippe: Nein! Zehn Jahre, nein. Ich glaube in zehn Jahren gibt es in dieser Gegend keine Schäfer mehr. Vielleicht noch nicht mal zehn Jahre. Keine zehn Jahre mehr, dass es Schäfer gibt, die weitermachen. Wenn das mit den Wolfsattacken weitergeht, werden die Schäfer keine zehn Jahre mehr durchhalten.Was wird dann hier passieren? Jean Francois Philippe: Das wird Urwald, Wildnis. Das wird ein Wildschweinnest, wenn sie die letzten sein werden, die dem Wolf widerstehen. Aber ich denke nicht. Moulinet, 40 km von Nizza entfernt ... Henry Serrara (250 Schafe): Hierhin bringe ich die Schafe für die Nacht. Es ist ein alter Bunker der Deutschen oder der Italiener. Es ist jeden Tag dasselbe. Die 250 Schafe kommen hier rein. Und hier schlafen sie. An einem anderen Platz dort. Und in diesem Tunnel, sie verbringen jede Nacht hier. Und bevor sie reingehen, wenn sie getränkt werden, hole ich Stroh und streue ein damit, damit es trocken ist. Aber für Schafe ist das nicht ideal. In einem Nachtpferch wäre es besser. Weil da drinnen ist es feucht. Das ist nicht für Schafe gemacht. Aber wir haben keine andere Wahl, entweder das, oder man verliert die Herde. Jetzt sind sie daran gewöhnt, aber das ist für eine Herde nicht ideal. Und dabei haben wir heute Glück, weil es nicht regnet. Weil, wenn es regnet, ist es der Horror. So sähe es aus, wenn ich mich nicht kümmern würde, wenn ich nicht einstreuen würde. Die Schafe wären in dieser Art Mistsumpf und meine ganze Herde bekäme eine Fußinfektion und würde hinken. Das riecht nach Ammoniak und wenn man sie da rein tut, bekommen sie eine Klaueninfektion, die Moderhinke. Und dann muss man die Klauen ausschneiden, was bei einer Herde viel Zeit braucht und schmerzhaft ist. Wie Sie sehen, ist das eng und nicht alle Schafe können auf einmal herein. Ein Teil kommt herein, während mein Hund einen Teil zurückhält. Dann gehe ich heraus und lasse einen anderen Teil herein, und so weiter. Fünf bis sechs Mal bis die ganze Herde drinnen ist. Und all diesen Mist muss ich mit einer Schaufel und einer Schubkarre herausbringen. Und natürlich, weil ich alleine bin, kann ich das nur machen, wenn die Tiere nicht da drinnen sind. Während ich ausmiste, muss ich auch gleichzeitig aufpassen, dass die Tiere vor dem Bunker nicht weglaufen. So ist das jeden Tag. Vor vierzehn Tagen, Anfang September, war ich dabei, die Schafe reinzubringen, als der Wolf von hinten angriff. Es war fast Nacht und war neblig. Als die Tiere drinnen waren, fand ich auf dem Wanderweg ein blutendes Schaf. Und natürlich, danach hab ich mit dem Feldstecher da’ runter nachgeschaut und sah sieben heruntergejagte, tote Schafe. Bruno Lecomte: Schafe über Felsen hinunter zu treiben ist eine Jagdtechnik, die der Wolf häufig anwendet. Die Älteren haben das bildlich illustriert. Unglücklicherweise passiert das sehr häufig, wie wir sehen werden. Huguette Girodoano (250 Schafe): Lass dir zeigen, wo das 2002 schon passiert ist. Auf dem Felssporn in der Mitte. Die Schafe waren oben am Berg am Schlafen, als der Wolf attackierte. Er hat sie dann zum Felssporn getrieben. Die Erde dort war ganz aufgerissen. So haben die Schafe rotiert, bevor sie gesprungen sind. 400 meist junge Schafe sind hinuntergestürzt, die Alten sind in den Wald geflüchtet. Von 1.200 Schafen sind 404 hinuntergesprungen. Sie waren da unten, 300 auf einem Haufen. Eins auf dem anderen, auf dem Wanderweg, die anderen unter dem Weg. Eine Woche später wurden da, wo wir Salz geben, weitere 24 Schafe vom Wolf gerissen. Da in der Mitte des Bergkamms. Caroline Bourdat (500 Schafe): Das ist eine klassische Technik der Wolfsjagd, Schafe über einen Felsen ins Leere hinunterzustürzen. Also sind sie von hinten gekommen und 450 Schafe sind den Felsen hinuntergestürzt bei einer Wolfsattacke. Am Anfang der Wiederansiedlung des Wolfes verweigerte die Öffentlichkeit die Anwesenheit des Wolfes anzuerkennen. Den Schäfern wurden diese großen Verluste nicht entschädigt. Die Schafe wurden nie bezahlt. Es war ein Krieg, bis die Schäfer schließlich für Verluste entschädigt wurden. Am 16. Juni 2014 waren die Schafe in der Nähe der Hütte dort im Nachtpferch, zwei Herdenschutzhunde bewachten sie. Der Wolf hat sie den Berg hinauf gejagt und sie den Felsen hinuntergestürzt. Es wurden 38 auf der Straße getötet, der Rest wurde weiter unten getötet. Wir haben 52 getötete Schafe verloren, zwölf sind verschwunden an diesem Tag. Huguette Girodoano (Mutter von Jean Cloude Girodoano berichtet): Wir halten Schafe in der Gemeinde Moulinet mitten im Naturpark des Mercantour. Wir haben in 12 Jahren 1.000 Tiere durch den Wolf verloren. Hier sehen Sie unsere Herde, die wir einst im November 2001 hatten. 1.000 Tiere – jetzt haben wir noch 230 Mutterschafe, obwohl wir jedes Jahr Schafe dazu kaufen. Mein Sohn hat letztes Jahr 80 dazu gekauft. Dieses Jahr haben wir schon wieder 120 verloren. Jetzt gehen die Wolfsattacken kontinuierlich weiter. Letztens hütete ich die Schafe, als 30 Meter von mir entfernt, ein Wolf ein Schaf tötete und fraß, obwohl ich neben der Herde anwesend war. Er hatte überhaupt keine Angst. Ich fotografierte ihn sofort mit meinem Handy. Als ich die Bilder dem Wildhüter zeigte, sagte er mir: Nähere dich nie einem Wolf, wenn er ein Schaf frisst, weil du riskierst selber getötet zu werden. Das sind Überlegungen, die wir uns machen, weil es tatsächlich sehr gefährlich ist. Ich trage jetzt ein Gewehr, wenn ich Schafe hüte. Ich habe keine Bewilligung. Aber ich will, dass meine Herde am Leben bleibt. Auch wenn ich nicht schießen kann, so ist das, um ihm Angst zu machen, in dem ich in die Luft schieße und Lärm mache. Wenn mich Wanderer fragen, warum ich ein Gewehr trage, dann zeige ich ihnen die Bilder auf meinem Handy und ich versichere ihnen, auch wenn die Leute keine Angst vor dem Wolf hatten, danach wenn sie gehen, haben sie Angst vor dem Wolf. Wir mussten am 13. Juli die Schafe vom Berg hinunterbringen, weil wir sie nicht mehr hüten konnten, weil wir ständig von Wölfen angegriffen wurden. Mein Sohn war in seinem Toyota mitten in der Herde in einem elektrifizierten Nachtpferch und wurde fünfmal in der Nacht angegriffen und es hatte Nebel bis zum Moment, wo er mit den Schüssen den Wölfen Angst machen konnte. Weil wir so oft angegriffen wurden, konnten wir nicht mehr am Berg bleiben. Die Tiere mussten im Juli zurück nach Hause in den Stall, wo es 30 Grad Hitze hatte. Es war irgendwann im Jahre 2000, als ein hoher Beamter uns nach zwei Stunden Diskussion sagte: Wir sollten zum Schutz einen Esel in die Herde tun. Ich hatte so genug von dem, dass ich ihm sagte: Aber mein Herr, warum stellen Sie sich nicht mitten in die Herde, Sie wären ein sehr schöner Esel. Aber der Herr hatte das nicht geschätzt. Viele Leute glauben, dass Esel den Wölfen Angst machen können, aber das stimmt nicht. Bruno Lecomte: Viele Schäfer sagen uns, dass sie wegen den Wölfen finanzielle Probleme haben. Wir erklären das. Gehen wir hypothetisch von einer Herde mit 10 Schafen aus. Mit 10 Schafen haben wir 12 Lämmer. Von den 12 Lämmern verkauft der Schäfer 10. Er verkauft dazu ein älteres Schaf zum Schlachten. In einer Herde sterben immer wieder einzelne Schafe. 10 Lämmer a 100 € und ein altes Schaf a 60 € ergibt total 1.060 € Umsatz. Wenn man eine Herde mit 400 Schafen nimmt, so ergibt das einen theoretischen Umsatz von 42.400 € durch den Verkauf. Zurück zum Beispiel mit den 10 Schafen. Nehmen wir an, der Wolf attackiert die Herde und tötet ein Schaf. Als Folge des Stresses hat ein Schaf einen Abort. Beim Angriff wurde ein Lamm mitgenommen. Als Folge der Attacke und um den Viehbestand zu halten, wird kein älteres Schaf mehr geschlachtet. Es werden nur 7 Lämmer verkauft, 7 nicht mehr so schwere Lämmer von 30 -35 kg. Weil, wie schon vorher im Film erklärt, die Tiere täglich wegen dem Wolf viele Kilometer zusätzlich laufen, um nachts eingepfercht und aufgestallt zu werden und nicht mehr so viel fressen können. Das ergibt einen durchschnittlichen Lämmerpreis von 88 €. Multipliziert mal 7 ergibt das 616 €. Mit hypothetisch 400 Schafen kommt man dann auf 24.600 €, anstatt auf 42.400 €. Das ergibt 40 % Umsatzverlust. Nun werden Sie mir sagen, ja aber das wird wegen den Wolfsattacken vom Staat entschädigt. Caroline Bourdat (500 Schafe): Wir werden für einen Lammabort mit 70 Cent pro Schaf entschädigt, welches im Normalfall gelebt hätte und schließlich 120 € bis 150 € eingebracht hätte. Folglich ist das ein großer Verlust, folglich ist die Entschädigung weit entfernt vom tatsächlichen Schaden. Die Schafe, die einen Abort hatten, haben als Folge Infektionen im Uterus. Das sind Schafe, die dann unfruchtbar wurden und im Winter geschlachtet werden mussten. Das bricht einem das Herz, einen ganzen Lastwagen voll junger drei- bis vierjähriger Schafe in den Schlachthof zu bringen, die produktiv und im vollen Saft sind, sie zu opfern mit Begleitschäden. Außerdem sind unsere Schafe geschwächt und gestresst aus der Sömmerung in den Bergen zurückgekommen. Als Folge davon sind im Winter die Schafe innerhalb einer Woche gestorben, zum Teil auch wegen latent unterschwelligen Krankheiten, die akut geworden sind und die in einer gesunden Herde normalerweise nicht ausbrechen. Solche Schafe mussten wir auch schlachten. Total haben wir dadurch, durch die Wolfrisse, durch Stress ausgelöste Aborte und Schwächen und indirekten Verlusten, im Winter ein Drittel der Herde verloren. Huguette Girodoano (Mutter von Claude Girodoano, 250 Schafe): Im Verhältnis werden wir nicht genug entschädigt. Ein einjähriges Schaf, welches uns in seinem Leben etwa 1.500 € einbringt, wird mit 200 € entschädigt. Mit einem Nachzuchtlamm, welches uns normalerweise während 10 Jahren Lämmer zur Welt bringt, ist das das Gleiche. Ein Lamm, welches wir verkaufen, bringt im Minimum 150 € und wird mit 95 € entschädigt. So können wir nicht weitermachen - das ist unmöglich! Wir haben letzten Winter 14.000 € ausgegeben, bezeugt durch Rechnungen, die ich alle habe. Früher gingen wir im Mai in die Berge und kamen Mitte Januar zurück. Wir brauchten wenig Heu und wenig Getreide, weil die Schafe nur 4 Monate im Stall waren. Jetzt mit dem Wolf ist das nicht mehr möglich. Wir sind gezwungen, die Schafe schon im November einzustallen. So brauchen wir mehr Futter, welches sehr teuer ist. Seit 2002, als wir die große Wolfsattacke hatten und 400 Schafe verloren hatten, haben wir nur noch negative Bilanzen. Glücklicherweise hat mein Sohn ein Erdbauunternehmen, welches das Einkommen einbringt, das wir mit den Schafen nicht mehr haben. Mit dieser Arbeit bezahlt er das Heu, mit welchem er die Schafe füttert. Ich lebe von 472 € Landwirtschaftsrente, nachdem ich 37 Jahre einen Landwirtschaftsbetrieb auf eigene Rechnung geführt habe. Ich habe 110 Olivenbäume, zwei Hektar Land. Ich lebe alleine, weil mein Mann gestorben ist. Ich kümmere mich um meinen ganzen Garten. Ich mache all meine Konserven für den Winter. Man hat uns sogar angeboten, die Schafe aus dem Naturpark Mercantour herauszuführen, damit die Wölfe mitziehen und wir sie dann anschließend erschießen dürfen, weil sie im Naturpark nichts machen können. Nicht ein Schuss würde bewilligt. Mein Sohn zieht es in Betracht, aufzuhören, weil er sogar mit 50 Jahren tatsächlich nur Verlust macht. So ist das nicht möglich, zu überleben. Man muss etwas Anderes in Betracht ziehen. Wir wissen aber noch nicht was, weil wir keine finanziellen Mittel mehr haben. Ich weiß nicht, ob Kredite für 50-Jährige noch gewährt werden. Wir wissen nicht, was wir machen werden. Wir haben beide Depressionen, nehmen Medikamente und mein Sohn kann momentan nicht arbeiten. Es war vorher der schönste Beruf auf der Welt und jetzt ist es der schlechteste Beruf. Weil man sich jeden Morgen fragen muss, was einem wohl heute passieren wird. Wie viele Schafe werde ich töten müssen? Wie viele kommen heute zurück? Es ist nicht mehr möglich, so zu leben. Die Leute sagen einem – dass sie auf jeden Fall für den Wolf sind. Das ist untragbar, nicht mehr lebbar! Ich habe manchmal wirklich Mordgedanken. Es ist besser, nichts mit den Ökofreaks, die für den Wolf sind, zu tun zu haben. Es ist besser, zu schweigen. Das ist alles. Wenn es so ist, und einer dir gegenüber sagt: Der Wolf ist sehr gut! Dann ist es besser, wegzugehen. Weil, dann haben Sie das Bedürfnis, ihn links und rechts zu ohrfeigen, was er wohl verdienen würde. Aber das darf man nicht! Vernier Thomas (ehemals 70 Ziegen, Züchter spricht zur Politikerin Colette Charriau, Gruppe Europa Ökologie, die Grünen, regionaler Beirat): Ich habe die Hoffnung verloren, seitdem vor zwei Jahren meine Herde von einer Wolfsmeute auf meinem Betrieb - nicht auf der Alb - getötet wurde. Also habe ich vor zwei Jahren ganz aufgehört, weil meine Herde in zwei Saisons getötet wurde. Ich hatte vorher Spezialisten gebeten, mich zu verteidigen. Sie sind gekommen und verbrachten sechs Tage und sieben Nächte auf meinem Betrieb. Was ist passiert? Weiterhin Wolfsattacken und wieder 25 Tiere getötet! Professionelle mit Nachtsichtgewehren, die besten Schützen, die sie sich vorstellen können, sie konnten nichts ausrichten! Falcon Micheline (Züchterin, spricht zur Politikerin Colette Charriau, Gruppe Europa Ökologie, die Grünen, regionaler Beirat, IG Tierhalter und Berg 22/04/2014 Sisteron): Wissen Sie Madame, wir leben mit der Natur. Wir respektieren die Natur. Ich wählte die letzten Jahre sogar ‚Grün‘. Aber jetzt mache ich das nicht mehr. Fertig! Wir glauben, dass wir eine Art Landwirtschaft machten, die geschätzt wird, weil sie naturnah ist. Und jetzt werden wir von Leuten, die Sie vertreten, angegriffen. Sie sind aus ideologischen Gründen bereit, Lügen zu verbreiten. Aus diesem Grund habe ich wenig Respekt vor politischen Bewegungen jeglicher Art. Am ehesten hatte ich noch Respekt vor den ökologischen Bewegungen, aber jetzt auch nicht mehr. Weil sie auch bereit sind, Lügen zu verbreiten, um die Sache mit dem Wolf zu verteidigen. Sie verbreiten Lügen! Bruno Lecomte: Sehen Sie hier eine nationale Statistik. Rot – zeigt die Wolfsopfer, blau – die Herdenschutzmaßnahmen. Am Anfang (1993) gab es keine Attacken, weil es keine Wölfe gab. Als die Wölfe kamen, fingen sie an, Tiere zu töten. Daraufhin wurden Schutzmaßnahmen ergriffen. Mit steigendem Herdenschutz gingen die Attacken zurück, das ist wahr. Aber wie Sie sehen können, um dann umso mehr wieder anzusteigen. Aktuell sind das mehr als 9.000 getötete Tiere pro Jahr. Die Mehrheit der Wolfsopfer sind aus dem Süden der Alpen. Offizielle Zahlen, die Sie auf der Webseite des Umweltministeriums finden können. In den Alpes Maritimes hat es einen Schafbestand mit 45.000 Schafen. Seit der Ankunft des Wolfes sind davon bereits 20.000 Tiere getötet worden. Offizielle Zahlen des Französischen Staates (DREAL) 2015 Departement der Savoie (in den Alpen) 20 % bis 70 % der Wolfsattacken finden am Tag statt 85 % der Wolfsattacken finden auf Herden mit mindestens 2 Herdenschutzmaßnahmen statt (Schutzhunde, Nachtpferch und oder Behirtung) 90 % der Schafsrisse finden in geschützten Herden mit mindestens 2 Herdenschutzmaßnahmen statt Bruno Lecomte: Wie kommt es, das mit so viel Herdenschutzmaßnahmen wir zu so einem Massensterben kommen? Hören wir Laurent Garde. Laurent Garde (Forschungsinstitut, Ausführung Weidewirtschaft in den Alpes Méditerranéé): Wird der Wolf es lernen, die Hürden zu umgehen, die man zwischen ihm und den Herden aufbaut und so trotzdem an seine Beute kommt? Da ist es so, wie mit dem famosen Experiment der Laborratten im Labyrinth. Wenn der Käse am Ende des Labyrinths ist, vergrößert man die Hindernisse und Barrieren. Und was macht man da eigentlich? Man trainiert die Ratte, immer intelligenter zu werden, um zu lernen, die Hindernisse zu umgehen und die Belohnung zu erreichen. Und genau das macht man jetzt mit dem Wolf. Die Belohnung ist das Schaf, die Zäune und die Hunde sind die Hindernisse. Das Risiko war gleich Null und man hat dem Wolf während Jahren beigebracht, die Hindernisse zu umgehen, um an die Belohnung zu gelangen. Und das ist gravierend! Weil man eine Art – biologisches Monster – kreiert hat, welches nichts mehr mit einem Wolf zu tun hat, der in der Wildnis lebt. Und der über Risiken lernen müsste, durch das Gewehr, durch Gewehrfeuer lernen müsste, sich nicht den Aktivitäten der Menschen zu nähern. Die Idee eines wilden Wolfes, der natürlicherweise Gämse und andere jagen würde und sich natürlicherweise nicht den Aktivitäten des Menschen nähern würde, ist eine Idee, die es nirgends auf dem Planeten gibt. Man spielt den Zauberlehrling, man verteilt überall Wölfe, obwohl man nicht weiß, was den Tierhaltern vorzuschlagen ist. Das ist zentral an diesem Dossier. Weil, da spielt man in sehr großem Stil den Zauberlehrling! In sehr großem Stil! Bruno Lecomte: Man spürt es bei den Tierhaltern, dass man nicht mehr weiß, was man machen soll und sie erwarten auch eine Antwort von Ihnen. Laurent Garde: Die Antwort unsererseits ist, Gewehre zu nehmen und die Wölfe zu erschießen! Wir sind am Ende des Endes, am Ende! Die Tierhalter sind am Ende. Auch wir sind mit diesem Dossier am Ende, das ist klar. Emotional, gefühlsmäßig, psychologisch, technisch, sozial, menschlich – jeder Mann ist am Ende! Europa erzwingt eine Überproduktion des Wolfes mit der Berner Konvention. Aber vor allem über die Fauna-Habitat-Direktiven, welche für die Tierhalter zwingend sind und für die Mitgliedsländer der Konvention. Man muss sehen, dass die meisten Länder, die tatsächlich Wölfe bei sich hatten, wie Spanien und wie ein großer Teil der osteuropäischen Länder, den Wolf aus der Liste der zu schützenden Tiere in der Berner Konvention herausgenommen haben. Diese Länder machen was sie wollen mit dem Wolf. In Spanien werden in der Zone, wo der Schutz des Wolfes ausgeschlossen wurde ganz legal 200 Wölfe gejagt. In der Slowakei, die gleich disponiert hat, werden jährlich legal 150 Wölfe geschossen. Dies, weil das Länder sind, die den Wolfsbestand regulieren, weil sie sich sorgen, weil sie wussten, was ein Wolf ist. Sie haben dazu Sorge getragen, den Wolf als geschützte Art auszuschließen, weil sie ihre Tierhaltung erhalten wollen. In Italien ist es anders. Sie haben im Gegenteil den totalen Schutz des Wolfes gewählt. Die ganze Politik des europäischen Schutzes des Wolfes kommt von Italien zu uns. Dem muss man vielleicht hinzufügen, dass in Italien das Verhältnis zum Gesetz vielleicht nicht ganz das Gleiche ist wie in Frankreich. Da werden Wölfe intensiv gewildert, eine andere Art der Regulierung. Mit der rechten Hand schützt man den Wolf und mit der linken Hand lässt man machen und wildert viel. Darum beschäftigt sie das nicht so stark. Wir hier in Frankreich, wie in Schweden, wir waren, was man einen ‚Naiven Staat‘ nennt. Ein naiver Staat ist ein Staat, welcher keine Wölfe hatte, als die Berner Konvention und die Fauna-Habitat-Direktiven unterschrieben wurden. Also hatte man den Wolf damals integral geschützt zu diesem Zeitpunkt – quasi, als virtuelle Übung. An dem Tag, als der Wolf zurückkam, waren wir an den europäischen Text gebunden, der uns von da an, die Regulation des Wolfes verbot und die einzelnen Abschüsse nur ausnahmsweise zulässt, unter der Bedingung, dass alle anderen Maßnahmen vorgehend getroffen werden. Daher muss man eines verstehen, die Diskussion über den Wolf, die jeder Europäischen Aktion für den Wolf zu Grunde liegt und die, die Vereinigungen zum Schutz des Wolfes uns aufzwingen wollen, basiert auf einer Serie von Lügen. Auf Lügen, die sich auf viele Themen organisieren. Fabrizierte Lügen, die nach Bedarf eingesetzt werden. Die Lüge der streunenden Hunde. Das ist nicht die Schuld der Wölfe, das sind die streunenden Hunde. Der Wolf sei nur ein Sündenbock, deshalb wenn das wahr ist, wieso mussten die Herden dann erst beim Eintreffen des Wolfes geschützt werden? Darum ist das Thema der streunenden Hunde ein Beispiel des Lügens, des Ablenkens, um den Wolf mit allen Mitteln aufzuzwängen. Das ist aber nicht die einzige Lüge. Das Thema der Tierhalter aus den anderen Ländern, wo es bestens mit dem Wolf geht, und dass darum die Tierhalter aus den Ländern wo es nicht gut geht, schlechte Tierhalter seien. Das ist eine volle Lüge. Dieses Thema hatte man in Italien bei den Tierhaltern aus Norditalien getestet. Man sagte ihnen, aber warum geht das mit dem Wolf nicht, wo es in den Abruzzen doch gut geht. Einmal in Italien getestet, wurde diese Vorgehensweise auf Frankreich übertragen. Dann sagte man den französischen Tierhaltern: Ja, wie kommt es, dass es bei euch nicht gut geht, wo es in Italien doch gut geht. Als der Wolf einmal in Frankreich etabliert war, wo alles sehr schlecht geht, wurde die Lüge in die Schweiz und nach Norwegen weitergeleitet. Sie sagen den Schweizer Tierhaltern, so wie sie es den norwegischen Tierhaltern sagen: Warum wollt Ihr den Wolf nicht, warum schafft ihr das nicht, wo es doch in Italien und Frankreich sehr gut geht? Man muss diesen Mechanismus unter Aufbau eines Diskurses verstehen, der rein ideologisch ist. Es muss eine veritable Regulation des Wolfes stattfinden, wie in den meisten Ländern Europas, wie in Spanien, Schweden etc. Die Wölfe schießen, trotz den europäischen Reglementierungen, wie Norwegen, wie die Schweiz, wie die USA. In der Hoffnung aus dem Wolf wieder ein wildes Tier zu machen. In der Hoffnung, dass es nicht zu spät ist. In der Hoffnung, dass wir wieder die Oberhand gewinnen. In der Hoffnung, Art und Weisen wieder zu finden, die Tierhaltung zu schützen, mit Wölfen, die sich nicht annähern. Damit die Schäferei, die graslandbasierte Weidewirtschaft, die Freilandtierhaltung im natürlichen Umfeld erhalten bleibt. Eine Tierhaltung mit Lämmern, die man gerne isst. Tierhaltung, die Käse macht, den man gerne isst. Das sind die besten Tiere! Das sind die besten Käse! Diese Tierhaltung ist schrecklich dem Wolf ausgesetzt. Sie wird verloren gehen. Was wird bleiben? Es bleiben Hors-Sol-Tiere, die in Ställen gehalten werden, die man mit Kraftfutter ernährt und industrielle Produkte werden. Die tausend Kühe in der Picardie, die berühmte Tausend-Kühe-Farm. Und mit dem Wolf ist es gleich, da geht es in die gleiche Richtung. Man ist dabei, eine natürliche Tierhaltung durch eine industrielle zu ersetzen, sowohl beim Wolf als auch bei den Nutztieren. Und der Wolf, der ein ökologischer Vorwand ist - in Wirklichkeit wird uns das zu einer eindeutig industriellen Tierhaltung führen.

von ah/pi


Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich

Sendung und Zubehör in der gewünschten Qualität herunterladen:
Film-Datei (.mp4)
Bitte Downloadqualität auswählen
Ton-Datei (.mp3)
Bitte Downloadqualität auswählen





↑ Neuere anzeigen ↑
Medienkommentar
{{themeblock.title}}

↓ Ältere anzeigen ↓