Freitag 11. Mai 2018

Archiv-Sendung Politik

Trump und der Iran – Sieht sich da jemand im Spiegel? (2 von 3)

Hat Pompeo den Iran mit den USA verwechselt? Freitag, 11.05.2018 (1 von 3)
Trump und der Iran – Sieht sich da jemand im Spiegel? Donnerstag, 25.05.2017 (2 von 3)
1:11
"We love you" - Iran und Israel Mittwoch, 15.08.2012 (3 von 3)

Den Gegnern genau die Vorgehensweisen unterstellen, die man selbst umsetzt: Schon häufig verwendeten die USA und die NATO diese Strategie, um von den eigenen Verbrechen abzulenken. Neulich beschuldigte Trump den Iran, dass dieser für die Instabilität im Nahen Osten verantwortlich sei. Könnte es sich hier erneut um diese Strategie handeln? Kla.TV hat für Sie einige aufschlussreiche Beispiele der Vergangenheit zusammengestellt, um diese Frage zu beantworten.

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"Trump und der Iran – Sieht sich da jemand im Spiegel?"
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Trump und der Iran – Sieht sich da jemand im Spiegel? 25.05.2017

Auf seiner Nahostreise hat US-Präsident Donald Trump den Iran wiederholt scharf angegriffen. So beschuldigte Trump den Iran, für die Instabilität im Nahen Osten verantwortlich zu sein, Waffen zu finanzieren und Terroristen, Milizen und andere extremistische Gruppen zu trainieren. Trump greift damit zu einer, bereits in der Vergangenheit häufig von USA und NATO verwendeten Strategie: Nämlich diejenige, ihren Kontrahenten genau die Vorgehensweisen zu unterstellen, die von ihnen selbst umgesetzt werden. Hierzu im Folgenden einige Beispiele. Nähere Details finden Sie in den eingeblendeten Links: – Der Irak wurde 2003 mit der Begründung angegriffen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Im Nachhinein stellte sich dies als falsch heraus. Nicht der Irak, sondern die USA selbst sorgten mit dem Einsatz von Uranmunition für eine Vielzahl von Toten und verseuchten weite Teile des Landes (www.kla.tv/3844 ). – Jugoslawien wurde 1999 mit der Begründung angegriffen, dass es durch das Vorgehen der damaligen jugoslawischen Regierung zu einer humanitären Katastrophe gekommen sei. Tatsächlich kam es erst nach der umfangreichen Bombardierung durch die NATO zu einer humanitären Katastrophe (www.kla.tv/9410). – Russland und die syrischen Regierungstruppen wurden wegen ihren Luftangriffen auf terroristische Streitkräfte massiv beschuldigt, ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, Aleppo in ein Massengrab verwandelt zu haben. Jedoch wurden Russland und die syrische Armee von der Bevölkerung Aleppos als Befreier gefeiert. Dagegen wurden aus dem Irak Stimmen laut, dass die USA selbst beim derzeit tobenden Kampf um Mossul keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung oder zivile Einrichtungen nehme. Die irakische Geologin Dr. Souad Naij Al-Azzawi spricht in diesem Zusammenhang sogar von der vorsätzlichen Vernichtung der irakischen Zivilbevölkerung (www.kla.tv/9802 ). – Auch wird Russland von der US-Administration und der NATO beständig als Bedrohung für Europa dargestellt. Doch bedroht nicht gerade die NATO Russland durch ihre enorme Verlagerung von Kriegsgeräten und Truppen an die russische Grenze (www.kla.tv/8676 )? – Nordkorea wird derzeit von den USA massiv für seine Raketentests kritisiert und als Bedrohung dargestellt. Gleichzeitig führen die USA selbst derartige Raketentests durch und üben jährlich mit südkoreanischen Truppen den Einmarsch nach Nordkorea (www.kla.tv/10336 ). – In Venezuela wurden 8 Richter von den USA kürzlich mit Sanktionen belegt, weil sie dem Präsidenten Maduro erlaubten, mit Dekreten zu regieren. Dekrete sind rechtskräftige Verfügungen. Doch regiert nicht gerade Trump sehr gerne mittels Dekreten, wie zum Beispiel mit dem Einreiseverbot für Personen aus 7 muslimischen Ländern (www.kla.tv/10557 )? Dies waren nur einige Beispiele für diese Kriegsstrategie, dem Gegner die eigenen Schandtaten unterzuschieben. Auch bei den aktuellen Beschuldigungen des Irans findet man dasselbe Muster erneut vor. Denn gerade die USA sind ja durch die Unterstützung terroristischer Gruppen eine der Hauptverantwortlichen für das große Leid in Syrien (www.kla.tv/9811). Sogar der IS sei ein künstlich geschaffener Feind, der völlig durch die USA finanziert wurde, so der frühere CIA-Mann Steven Kelly (www.kla.tv/4083 ). Auch in vielen anderen Ländern, wie Venezuela oder der Ukraine, gibt es Hinweise darauf, dass die amerikanische Botschaft durch Bewaffnung gewalttätiger Gruppen Regierungsumstürze ermöglichte (www.kla.tv/2389, www.kla.tv/5825 ). Somit unterstellen die USA dem Iran genau die Verbrechen, für welche sie selbst verantwortlich sind. Warum dies? Offensichtlich um von den eigenen kriegerischen Aktivitäten in der Nahostregion abzulenken. Denn Trump hat soeben mit den nun ausgehandelten Waffenverkäufen an Saudi-Arabien den größten einzelnen Rüstungsdeal in der Geschichte der USA beschlossen. Ausgerechnet mit Saudi-Arabien wird ein Land beliefert, das im Jemen einen blutigen Vernichtungskrieg führt und das mit dem Iran und Israel um die Vormachtstellung in der Nahost-Region wetteifert. Die US-Waffenlieferungen werden sicher nicht dazu beitragen, diese Konflikte im Nahen Osten zu entschärfen, sondern sie vielmehr – einem Flächenbrand gleich – anzuheizen. Um dann nicht als Schuldiger dazustehen, wird bereits jetzt damit begonnen, den Iran verbal an den Pranger zu stellen. Somit kann er dann, bei der vorprogrammierten Eskalation der Konflikte, auch noch ganz als Hauptschuldigen und Verursacher abgestempelt werden.

von tz.


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