Samstag 06. Januar 2018

Archiv-Sendung Politik

Der US-amerikanische Krieg um Ressourcen - Teil 4 Iran (2 von 2)

Proteste im Iran – Anzeichen einer Farbrevolution? Samstag, 06.01.2018 (1 von 2)
8:30
Der US-amerikanische Krieg um Ressourcen - Teil 4 Iran Freitag, 31.07.2015 (2 von 2)

In der heutigen Sendung wird nun ein weiteres Land – nämlich der Iran – unter dieser Lupe betrachtet. Allein schon die geopolitischen Verhältnisse und die Bodenschätze des Irans müssten eigentlich allen klar machen, dass es sich bei der Verteufelung des Irans, den Sanktionen und dem Kräftemessen um das Atomabkommen um nichts anderes handeln kann, als um den „US-amerikanischen Krieg um Ressourcen.

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"Der US-amerikanische Krieg um Ressourcen - Teil 4 Iran"
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Der US-amerikanische Krieg um Ressourcen - Teil 4 Iran 31.07.2015

Liebe Zuschauer, herzlich willkommen zu Teil 4 unserer Reihe „Der US-amerikanische Krieg um Ressourcen“. In Teil 1 berichteten wir, wie die Strategie der USA seit Jahrzehnten auf die weltweiten Ressourcen ausgerichtet ist. Denn entscheidend für die weltweite Machtausübung sei die Kontrolle über die Rohstoffe – insbesondere das Erdöl. Die Teile 2 und 3 beleuchteten, inwiefern die Krisenherde rund um Russland und in Griechenland damit zu tun haben könnten. In der heutigen Sendung wird nun ein weiteres Land – nämlich der Iran – unter dieser Lupe betrachtet. Allein schon die geopolitischen Verhältnisse und die Bodenschätze des Irans müssten eigentlich allen klar machen, dass es sich bei der Verteufelung des Irans, den Sanktionen und dem Kräftemessen um das Atomabkommen um nichts anderes handeln kann, als um den „US-amerikanischen Krieg um Ressourcen“: 1. Zum einen die Bodenschätze: Der Iran besitzt die größten Erdgas- und je nach Quelle die dritt- oder viertgrößten Erdölvorräte der Welt. Dadurch hat der Iran einen hohen Einfluss auf die Versorgung der Welt mit fossilen Energieträgern. 2. Andererseits die geopolitische Lage: Die Lage des Irans zwischen dem Kaspischen Meer, dem Persischen Golf und besonders der Straße von Hormus macht ihn zu einem Gebiet von hoher geostrategischer Bedeutung mit langer, bis in die Antike zurückreichender Geschichte. Die sogenannte Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean im Osten. Durch diese Meerenge verläuft der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen Kuwaits, Katars, Bahrains, des Irak, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran. Da eine Sperre der Straße von Hormus die Lieferungen von bedeutenden Teilen der Erdölgebiete im Nahen Osten blockieren würde, ist sie von weltweiter strategischer Bedeutung. Schiffe müssen, um die Straße zu passieren, die Hoheitsgewässer Omans und Irans durchfahren. Laut den Genfer Seerechtskonventionen von 1958 – die der Iran sowie die USA unterzeichnet haben - haben Schiffe das Recht der friedlichen Durchfahrt in der Straße von Hormus. Dagegen müssen alle Kriegsschiffe vor der Durchfahrt die Erlaubnis beim Iran dafür einholen. Die USA jedoch ließen ihre Kriegsschiffe weiterhin unangemeldet die Straße von Hormus passieren und berufen sich dabei auf ihr Gewohnheitsrecht. Doch wie zeigt sich nun dieser US-amerikanische Krieg um die Ressourcen Irans weiter? Hierzu ein kurzer geschichtlicher Rückblick: - Im Jahr 1951 kam es zu einer Verstaatlichung der Ölindustrie im Iran, weil sich die britische Anglo-Iranian Oil Company strikt weigerte, ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft zur Hälfte mit dem Iran zu teilen. In der Folge kam es zum internationalen Boykott des iranischen Öls, allem voran durch die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich Großbritannien. - Im Jahr 1953 wurde der iranische Premierminister durch die sogenannte Operation Ajax des amerikanischen CIA- und des britischen MI6-Geheimdienstes gestürzt. Stattdessen wurde der pro-westliche Schah an die Spitze des Staates gehievt, der den Briten und Amerikanern Zugang zum Öl verschaffte. - Nach der islamischen Revolution im Jahr 1979 wurde der pro-westliche Schah gestürzt und das islamische Regime von Ayatollah Khomeini entstand. Er setzte sich an die Spitze des Iran. Seit diesem Schlüsselereignis ist der Einfluss der USA auf den Iran begrenzt. - Im Jahr 1980 unterstützte dann Washington den irakischen Diktator Saddam Hussein, der einen Krieg gegen den Iran anzettelte. Wie der Bestseller-Autor Peter Scholl-Latour vermutete, wollte der Irak Zugriff auf das iranische Erdöl gewinnen und das iranische Regime islamischer Geistlicher sollte gestürzt werden. Im neun Jahre dauernden Iran-Irak-Krieg wäre Hussein dem militärisch überlegenen Iran schon viel schneller erlegen, wäre er nicht durch die USA unterstützt worden – unter anderem auch mit Giftgas-Lieferungen, die gegen die Iraner eingesetzt wurden. - Bereits ab Mitte der 1990er Jahre fing Israel in den USA an, von einer „iranischen nuklearen Bedrohung“ zu sprechen. Dies obwohl der israelische „Geheimdienstminister“ Yuval Steinitz am 19.Oktober 2014 in einem Artikel veröffentliche, dass sich das iranische Atomprogramm im Jahr 2003 in einem „embryonalen“ Zustand befunden haben soll. Auch sei erwähnt, dass der Iran am 1. Juli 1968 den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnete, der ihm das Recht einräumt, Kernenergie ausschließlich für zivile Zwecke einzusetzen. In der Sendung vom 15.7.2015 wurde erläutert, warum der Iran kein Interesse an einer Atombombe habe. - Nachdem der Iran trotzdem unentwegt im Kreuzfeuer stand, eine „nukleare Bedrohung“ zu sein, kündigte der amerikanische Präsident Barack Obama am 10. Februar 2010 umfangreiche Sanktionen gegen den Iran an. Im Jahr 2012 folgten dann umfassende Wirtschaftssanktionen von Seiten der Europäischen Union, die sich unter anderem gegen die Erdölindustrie und die Zentralbank des Iran richteten. Da sich nun die US-amerikanische Regierung der Tatsache gegenübergestellt sah, dass der Iran die Wirtschaftssanktionen größtenteils über Russland und China umging – kam es schließlich im Juli 2015 zu einem Atomabkommen mit dem Iran. Dieses muss allerdings noch vom US-Kongress genehmigt werden. Experten vermuten, dass der Westen den Iran, weil er riesige Öl- und Gasvorkommen hat, nicht gänzlich an den Osten – v.a. China, Russland aber auch Indien - verlieren möchte. Auch suche Europa nach Alternativen, nachdem Russland vom europäischen Markt verdrängt werden soll. Weiter habe die Lockerung der Sanktionen gegen den Iran eine Auswirkung auf den Ölpreis. Dies würde zu tendenziell tieferen Ölpreisen führen, da das Angebot vergrößert wird. Und dies wiederum würde Russland schaden und zu Milliardenlöchern in der Staatskasse führen. Sie sehen, meine Damen und Herren, alles dreht sich um das Erdöl und andere Ressourcen – und dabei ist die US-amerikanische Federführung kaum abzuleugnen. Deshalb ist es aufschlussreich, die Krisenherde und weitere Entwicklungen in dieser Welt - sei es Russland, Griechenland oder der Iran - aus dieser Perspektive zu betrachten und weiter zu verfolgen. Bleiben Sie dran, täglich auf klagemauer.tv. Auf Wiedersehen.

von dd.


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