Donnerstag 13. April 2017

Medienkommentar Medien

Wie die CIA vor 50 Jahren den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ erfand (1 von 2)

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Wie die CIA vor 50 Jahren den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ erfand Donnerstag, 13.04.2017 (1 von 2)
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Die Rede, die John F. Kennedys Schicksal besiegelte? - Heute noch brandaktuell! Samstag, 11.03.2017 (2 von 2)

"Die CIA erfand vor 50 Jahren das Schlagwort „Verschwörungstheoretiker“, als die Öffentlichkeit die offizielle Version zur Aufklärung des Kennedy-Attentats zu Recht anzweifelte. Aktuell wird der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser wegen seiner kritischen Beleuchtung des Zeitgeschehens von den Medien ebenfalls als "Verschwörungstheoretiker" diffamiert. Das spricht Bände ......"

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Wie die CIA vor 50 Jahren den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ erfand 13.04.2017

Am 11. April erschien auf der Webseite des Schweizer Radios und Fernsehens SRF die Schlagzeile: „«Arena» ging beim Thema «Glaubwürdigkeit der Medien» zu weit“. Zur Erinnerung: In der politischen Diskussionssendung „Arena“ des SRF vom 24. Februar 2017 ging es laut eigenen Angaben um das Misstrauen gegenüber den klassischen Medien. Als Vertreter derjenigen, die für diese „misstrauischen Leute“ sprechen, wurde der Schweizer Friedensforscher und Historiker Dr. Daniele Ganser eingeladen. Wegen seiner kritischen Forschung zu 9/11 und World Trade Center WTC7 – dem Gebäude, das ca. 7 Stunden nach den Zwillingstürmen einstürzte – wurde Ganser mit dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“ angegriffen. Dies nicht nur von SRF-Journalist Roger Schawinski, sondern auch von SRF-Journalist Jonas Projer der die Sendung leitete. Schon in der Sendung des SRF-Wissensmagazins „Einstein“, nur einen Monat zuvor am 26. Januar 2017, wurde Ganser als „Verschwörungstheoretiker“ und somit als unglaubwürdig und unseriös hingestellt. Einzelheiten hierzu finden Sie in der Sendung „Lückenpresse geht gar nicht“ (Stellungnahme Dr. Gansers zur diffamierenden SRF-Sendung „Arena“). Bezüglich der SRF-Sendung „Arena“ vom 24. Februar gingen fast 500 Beschwerden ein – so viele wie noch nie zuvor. Kritisiert wurde bei der Sendung vor allem der Umgang von Moderator Jonas Projer mit seinem Gast Daniele Ganser. Ganser sei unfair und diskriminierend behandelt und als Verschwörungstheoretiker verunglimpft worden. Das sei alles andere als sachdienlich, schreibt der für die Beschwerden zuständige Ombudsmann Roger Blum. Doch warum wird der Begriff Verschwörungstheoretiker überhaupt verwendet und was steckt dahinter? Aufschluss darüber gibt ein Dokument des US-Auslandsgeheimdienstes CIA mit der Bezeichnung „1035-960“, welches den Begriff "Conspiracy Theory" – zu Deutsch "Verschwörungstheorie" – einführte. Dieses Dokument wurde im Jahr 1976 auf Betreiben der New York Times freigegeben. Die CIA reagierte damit auf das verbreitete Unbehagen der US-Bürger über die offizielle Interpretation des Kennedy-Attentats, wie sie im sogenannten „Warren-Report“ dargelegt war. Damals kam die von Kennedys Nachfolger Johnson eingesetzte „Warren-Kommission“ zu dem Ergebnis, Lee Harvey Oswald sei der alleinige Täter gewesen. Oswald soll mit seinem 23 Jahre alten Mannlicher-Carcano-Gewehr aus über 150 Meter Entfernung den Präsidenten der USA an Kopf und Hals getroffen und tödlich verletzt haben. Obwohl die „Warren-Kommission“ drei Meisterschützen aufbot, die Oswalds Schussergebnis auch nicht annähernd wiederholen konnten, blieb sie dabei: der mäßige Schütze Oswald musste den Kennedy-Mord begangen haben. Bezeichnenderweise war der einflussreiche bis 1961 amtierende CIA-Direktor Allen Welsh Dulles ein Mitglied der „Warren-Kommission“. Weitere massivste Ungereimtheiten des „Warren-Berichts“ finden Sie in der Sendung „50 Jahre Kennedy-Mord“. Nach Präsentation des „Warren-Reports“ erschien eine Welle von Büchern, die bei damals 46% der US-Bürger massive Zweifel an der Alleintäterschaft Oswalds haben aufkommen lassen. Etliche alternative Versionen des Tathergangs deuteten nämlich auf eine direkte Verwicklung der CIA mit dem Kennedy-Attentat hin. Daher entwarf der US-Geheimdienst eine Handreichung, wie Zweiflern am „Warren-Report“ zu begegnen sei, etwa auch im Ausland. Die CIA schlug damals ihrem Personal vor, das Thema diskret mit den ausländischen Medienvertretern zu diskutieren und kritische Stimmen zu diskreditieren: „Verweisen Sie auch darauf, dass Teile des Verschwörungsverdachtes bewusst von kommunistischen Propagandisten in die Welt gesetzt worden sind“, hieß es in dem Konzeptpapier der CIA. Weiter sollte darauf hingewiesen werden, dass die Kritiker der CIA mit Theorien „verheiratet“ seien, die sie aufgegriffen hätten, bevor Beweise vorlagen. Die sogenannten Verschwörungstheoretiker seien „politisch motiviert, von finanziellem Interesse getrieben“, hätten „inakkurat recherchiert“ und seien „in ihre eigenen Theorien vernarrt“. Das CIA-Dokument nennt dabei namentlich den Enthüllungsjournalisten Edward Epstein, an dessen Person diese Strategie beispielhaft erprobt werden sollte. Zudem wurden Medien mit finanziellen oder personellen Verflechtungen zur CIA gezielt für Rufmordkampagnen mit ins Boot geholt. Zusammengefasst heißt das: Die CIA erfand vor 50 Jahren das Schlagwort „Verschwörungstheoretiker“, um ihre eigene wackelige Theorie zum Kennedy-Attentat vor dem Einsturz zu bewahren. Dies schlicht und einfach aus dem Grund, weil der CIA stichhaltige Beweise und schlüssige Argumente fehlten. Genauso muss nun auch heute die aktuelle inflationsartige Verwendung dieses Kampfbegriffs gegen Daniele Ganser und all den vielen anderen gewertet werden: Wenn immer es an stichhaltigen Argumenten fehlt, wird mit dem Begriff Verschwörungstheoretiker von der eigenen Unglaubwürdigkeit abgelenkt!

von dd.


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